Prinz William und seine Kate, wohin man zappt. Am 29. April übertragen außer ARD und ZDF noch vier weitere TV-Sender (RTL, SAT1, n-tv, N24) live die Hochzeit des britischen Thronfolgers.
Jetzt regt sich Widerspruch in der Politik gegen die Trauungsflut. Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP zu uns: „Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass ARD und ZDF in doppelter Formation mit doppelten Kosten vor Ort aufschlagen und mit demselben Ereignis die Hauptprogramme belegen.“
Dass auch die öffentlich-rechtlichen Sender über die Hochzeit berichten, sei generell zwar nicht zu beanstanden. „Wenngleich die Privatsender sicherlich genauso umfangreich mit von der Partie sein werden und ich bezweifle, dass die Recherche über die Herkunft von Kates Hochzeitskleid in ARD und ZDF hintergründiger sein wird“, sagt Müller-Sönksen. „Und viele Menschen können sich an diesem Tag sicher auch ein anderes Programm vorstellen.“
ZDF-Chefredakteur Peter Frey findet die Simultanübertragung nicht schlimm. „Das ist ein Ereignis von zu hohem Publikumsinteresse, um dem Publikum die in langen Jahren aufgebaute Erfahrung unserer ZDF-Royal-Moderatoren und Royal-Experten vorzuenthalten“, sagt er in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. Dass auch die ARD Moderatoren und Experten einsetzt und die Gebühren für eine enorm ähnliche Leistung gleich in doppelter Höhe zu Buche schlagen, stört Frey nicht.
„Ich fordere ARD und ZDF auf, sich zukünftig bei derartigen Situationen besser abzusprechen“, sagt Burkhardt Müller-Sönksen. Das gilt auch für sportliche Großereignisse.“