Von A bis Z
So verreist unsere Kanzlerin
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Wer Angela Merkel auf einer Auslandsreise begleitet, braucht Durchhaltevermögen: Ein Termin jagt den nächsten, gegessen wird unregelmäßig und Pausen gibt es kaum. Wir erklären, wie solche Reisen ablaufen - von A bis Z.
Mehrmals im Jahr geht Kanzlerin Angela Merkel für längere Auslandsaufenthalte in die Luft. Die Reisen werden wochenlang im Voraus geplant und beschäftigen sowohl in Deutschland als auch am Reiseziel Dutzende von Mitarbeitern. Hotels müssen gebucht, Tagungsräume besichtigt, Wegstrecken abgefahren, die Sicherheitsbedingungen geprüft werden, damit nach der Landung der Kanzlerin alles so reibungslos wie möglich abläuft. Ein kleiner Einblick in das Drumherum und Mittendrin.
So reist Kanzlerin Angela Merkel
Bildergalerie ( 26 Bilder )
So reist Kanzlerin Angela Merkel
B wie Bodyguards
Für die Sicherheit der Kanzlerin ist auch auf Reisen gesorgt. Männer und Frauen des Bundeskriminalamtes passen auf, dass nichts passiert. Sie tun das mit bewundernswerter Geduld, bleiben auch bei großem Stress immer höflich. Was schon eine Leistung ist, wenn plötzlich im Ausland Horden von Journalisten auf Merkel zustürzen.
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C wie Coffein
Ohne geht gar nicht. Selbst eingefleischte Teetrinker schwenken irgendwann auf den - je nach Landessitte - braunen oder schwarzen Stoff um. Siehe auch T und D.
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D wie Durchhaltevermögen
Ist bei Reisen mit der Kanzlerin unbedingt gefordert. Ein Termin jagt den nächsten, Pausen gibt es kaum. Das Tempo gibt Merkel vor, die dann noch aufdrehen kann, wenn die Delegation schon in den Seilen hängt. Merkel erledigt oft auch nach der Rückkehr in Berlin noch Termine, während andere ins Bett fallen. Siehe auch C.
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E wie Essen
Journalisten und Diplomaten haben gemeinsam eine Regel: Iss, wo immer es was gibt. Du weißt nie, wann die nächste Mahlzeit kommt. Was dazu führt, dass Reisende sich ständig mit Keksen und irgendwelchem Weißbrot vollstopfen und nach Ende der Reise drei Tage brauchen, bis die Verdauung wieder funktioniert.
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F wie Fotografisches Gedächtnis
Im Flugzeug bekommen die mitreisenden Journalisten immer auch ein Briefing durch die Kanzlerin. Merkel hat dabei alle wichtigen Aspekte im Kopf. Was schon zu der Vermutung geführt hat, sie müsse über ein fotografisches Gedächtnis verfügen.
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G wie GAF
Auch Merkels Flüge haben eine Flugnummer. Geflogen wird mit Maschinen der Luftwaffe, alle Flugnummern beginnen mit GAF, was für „German Air Force“ steht.
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H wie Hintergrundgespräch
Eine gute Gelegenheit, mit der Kanzlerin auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Dutzend Journalisten, Merkel, ihr außenpolitischer Berater Christoph Heusgen (links im Bild), der Regierungssprecher, sowie eine Chefin oder ein Chef vom Dienst des Bundespresseamtes quetschen sich im Flugzeug in einen geschätzt fünf Quadratmeter großen Besprechungsraum. Auf dem Hinflug geht es dabei meist um die Vorbereitung aufs Reiseziel, auf dem Rückflug werden auch innenpolitische Themen angesprochen.
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I wie Israel, Indien, Indonesien
Drei von Merkels zahlreichen Reisezielen im Ausland. In Israel waren es die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen Ende Januar, in Indien gab es im Mai ebenfalls Regierungskonsultationen, nach Indonesien will die Kanzlerin im nächsten Jahr. Eine Übersicht der Reisen gibt es übrigens hier: www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/De/Unterwegs
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J wie Joachim Sauer
Merkels Ehemann ist selten bei Reisen dabei. Warum sollte er auch, schließlich hat er seinen eigenen Job. Der Professor für physikalische und theoretische Chemie an der Humboldt-Universität gilt national und international als einer der besten Wissenschaftler im Bereich der Quantenchemie und ist selber oft unterwegs. Zuletzt war er im Juni mit dabei, als seine Frau im Weißen Haus in Washington von US-Präsident Barack Obama die „Medal of Freedom“ überreicht bekam.
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K wie Konrad Adenauer
Eine der „Kanzlermaschinen“. Früher flog ein Airbus A 310 unter diesem Namen, seit März ist es ein Airbus A 340 (im Bild: Angela Merkel saß bereits vor zehn Jahren Probe im A340). Die alte „Konrad Adenauer“ ist aber immer noch ganz flott und bleibt wohl bis 2013 im Dienst. Mitte Oktober nutzte Merkel diese Maschine bei ihrer Reise nach Vietnam und in die Mongolei, weil die Landebahn in Ulan Bator für den A 340 zu kurz gewesen wäre. Bei der Reise machte die Maschine ohnehin was mit. Von 78 Stunden Reisedauer wurden 34 im Flugzeug verbracht.
Foto: dpa, Archivbild vom 08.06.2001
M wie Medienbetreuung
Für die Journalisten gibt es die Medienbetreuung des Bundespresseamtes. Auch diese Kolleginnen und Kollegen sind sehr geduldig. Die zwei wohl am häufigsten gestellten Fragen: „Wo kann ich meinen Laptop aufstellen? Wieviel Zeit habe ich zum Schreiben?“ Siehe auch D und C.
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N wie Notfall
Hat es zum Glück noch nicht gegeben. Für den Fall der Fälle reisen in der Regel ein Arzt und ein Rettungsassistent mit.
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O wie Obama
Die USA und Washington mit dem Amtssitz des Präsidenten hat Merkel schon oft besucht. Allein 2010 und 2011 war sie drei Mal in den Vereinigte Staaten. Zudem telefoniert sie oft mit Barack Obama oder trifft ihn auf Gipfeln wie zuletzt dem G-20 in Cannes. Siehe auch J.
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P wie Parade
In vielen Ländern wird die Kanzlerin mit militärischen Ehren empfangen. Merkel muss dann die Ehrenformation an Soldaten abschreiten, besonders ergiebig war das in Kenia, wo der Paradeweg über 100 Meter lang war. Manchmal geht es auch schneller, bei Zeremonien am Flughafen etwa. Oder wenn das Wetter schlecht ist.
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Q wie Quark
Auf dem internationalen Flughafen Dschingis-Khan in der Mongolei gab es als Begrüßungsgeschenk eine mit Trockenquark gefüllte Silberschale. Die Mongolen stellen Aruul unter anderem aus Stutenmilch her, es schmeckt - nun ja. Siehe auch K.
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R wie Reisepass
Wird auch auf Kanzlerreisen benötigt. Die Mitarbeiter der Kanzlerin verfügen in der Regel über Diplomatenpässe. Darüber hinaus sitzen alle Reisenden wie auf normalen Flügen auch mit gerunzelter Stirn gebeugt über irgendwelchen Einreiseformularen.
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S wie Steffen Seibert
Der Regierungssprecher (Mitte) ist bei Auslandsreisen immer dabei. Meist twittert er die Ankunft in einem fremden Land schon, wenn die Maschine noch ausrollt und hält auch danach Journalisten wie Internet-Gemeinde auf dem Laufenden. Siehe auch C und D.
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T wie Tiefschlaf
Jener Zustand, in den die Delegation fällt, wenn sich nach vollbrachter Reise die Türen des Flugzeugs schließen, die letzte Mahlzeit gegessen und das letzte Hintergrundgespräch abgeschlossen ist.
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U wie Unternehmer
Ab und an nimmt die Kanzlerin neben den Journalisten auch eine Wirtschaftsdelegation mit. Deren Mitglieder verhandeln dann vor Ort, manchmal geht der Schuss aber nach hinten los. So bei der Afrika-Reise Merkels im Juni, als Meldungen über die geplante Lieferung von Patrouillenbooten nach Angola für Schlagzeilen sorgten.
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V wie Vulkanasche
Ganz übles Zeug, wenn man unbedingt nach Hause will. Die Asche sorgte im April 2010 dafür, dass Merkel wie tausende andere Reisende auch später als geplant zurückkehrte. Am Donnerstag war sie in San Francisco abgeflogen. Statt wie geplant in Berlin, landete sie am Freitag in Lissabon. Am Samstag ging es zunächst mit dem Flugzeug weiter nach Rom, von dort aus mit Bussen und Autos über Siena nach Bozen. Am Sonntagnachmittag traf sie in Berlin ein.
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W wie Washington
siehe O und J.
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X wie Xenophilie
Xenophil, also aufgeschlossen gegenüber allem Fremden, ist die Kanzlerin ganz offensichtlich. Auf ihren Reisen spricht sie nicht nur mit Politikern, sondern sucht auch den Kontakt zur Bevölkerung.
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Y wie Yellow Press
Der Glamour-Faktor bei Merkel-Reisen ist eher gering. Die Boulevardpresse kommt nicht so zum Zuge. Dass sie auch Glamour kann, zeigte Merkel aber im schicken langen Abendkleid beim Staatsbankett in Washington mit Gästen wie Thomas Gottschalk und Jürgen Klinsmann. Siehe auch J.
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Z wie Zahlungsanweisung
Ein weitverbreitetes Missverständnis ist, dass Journalisten für lau mitreisen dürfen. Flug und Hotel zahlt jede Redaktion selbst.
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Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Luft geht, dann tut sie dies selten alleine. Auf ihren zahlreichen Auslandsreisen wird sie stets begleitet von Dutzend Mitarbeitern, Unternehmern und Journalisten. Wir erklären, wie solche Reisen ablaufen – von A bis Z.
A wie Abflug
Die Flüge der Kanzlerin gehen fast immer in Tegel ab. Allerdings vom militärischen Teil, Avenue Jean Mermoz, praktisch gegenüber des Terminals für den Publikumsverkehr. Den Sicherheitscheck übernimmt die Bundeswehr, ansonsten das gewohnte Bild: Die Aufgeregten rennen schnell noch mal aufs Klo, die Raucher pumpen sich die Lungen voll Nikotin.
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Reise
Reise
Reise
Reise
Reise
Reise
Wer die Kanzlerin begleitet, braucht D wie Durchhaltevermögen: Ein Termin jagt den nächsten, Pausen gibt es kaum. Das Tempo gibt Merkel vor, die dann noch aufdrehen kann, wenn die Delegation schon in den Seilen hängt. Merkel erledigt oft auch nach der Rückkehr in Berlin noch Termine, während andere ins Bett fallen.
Wann auf Reisen mit Merkel gegessen wird und wo in der Kanzlermaschine Platz für ein Hintergrundgespräch ist, verraten wir in der Bildergalerie.
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