Verlassene Geisterstädte haben eine spannende und oft schaurige Geschichte. Wir erzählen ein paar von ihnen - vom unlöschbaren Feuer über ein Sanatorium mit unheilvollen Insassen bis hin zur gefährlichsten Stadt des Wilden Westens.
Reisende, die einmal einen Ausflug der ganz anderen Art unternehmen wollen, sollten Touristenspots links liegen lassen und sich auf abgelegene Pfade machen. Überall auf der Welt gibt es Geisterstädte, in denen seit langer Zeit keine Menschenseele mehr lebt. Unheimlich und nahezu unwirklich kommen diese gottverlassenen Orte daher, aber sie alle haben eine Geschichte zu erzählen, deren Entschlüsselung lohnt. Zum Beispiel Beelitz Heilstätten.
Das große Krankenhausgebäude bei Berlin wurde zwischen 1898 und 1930 erbaut und beinhaltete eine Lungenheilstätte und ein Sanatorium zur Behandlung nicht ansteckender Krankheiten. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurde der Komplex als Lazarett genutzt und 1916 befand sich Adolf Hitler unter den Insassen. Nach dem zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als sowjetisches Militärhospital und beherbergte 1990 den an Leberkrebs erkrankten Erich Honecker.
Die Kohle brennt seit fast 40 Jahren
Eine ganz andere Geschichte erzählt Centralia. Die Stadt in der Nähe von Pennsylvania lebte bis in die 1960er Jahre vom Kohlenbergbau und hatte über 2000 Einwohner. 1962 entzündete sich unter der Stadt die Kohle, sie brennt seither unaufhörlich. Die Regierung versucht seit 1965 den Brand zu löschen, bisher aber ohne Erfolg. 70 Millionen US-Dollar wurden bisher für Löschversuche ausgegeben. Durch den Kohlebrand wurde die Region nahezu unbewohnbar, 2007 lebten dort nur noch 20 Einwohner. Centralia war Vorlage für die fiktive Stadt „Silent Hill“ in gleichnamigen Kinofilm.
Welche Orte außerdem noch gottverlassen sind, aber eine spannende Geschichte zu erzählen haben, zeigen wir Ihnen in unserer Bildergalerie.
Prypiat (Ukraine)
Die Stadt Prypiat wurde 1970 für die Arbeiter des Kernkraftwerks Tschernobyl erbaut. Nach der Reaktorkatastrophe wurden die rund 50.000 Bewohner aus der Stadt evakuiert, allerdings erst nach 36 Stunden, woraufhin viele von ihnen heute unter Spätfolgen der Strahlung leiden. Da es zunächst hieß, die Evakuierung wäre nur für wenige Tage, ließen die Menschen viele persönliche Dinge zurück, die heute noch zu finden sind. Ein paar Tage nach dem Unglück sollte ein Jahrmarkt eröffnet werden, so dass in der Geisterstadt auch ein Riesenrad und ein Autoscooter zu finden sind.
Foto: Jason Minshull/Wikimedia