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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 10.1.2013

Ekelessen für alle: Maden mampfen wie im Dschungelcamp

Eine Gabel Heuschrecken ist ein gesunder Snack – oder?
Eine Gabel Heuschrecken ist ein gesunder Snack – oder?
Foto: dpa

Hoden schlucken, Heuschrecken knabbern, Maden mampfen: Im Dschungelcamp wird immer wieder tierisch zugebissen. Was bei uns zu Ekel-Alarm führt, ist aber in vielen Kulturen Delikatesse. Wir verraten, wo man solche „Spezialitäten“ probieren kann.

Für viele Zuschauer sind die „kulinarischen“ Prüfungen im Dschungelcamp der absolute Höhepunkt. Wenn die Kandidaten Hoden, Augen, Penisse und Insekten herunterwürgen müssen, beschert das vor allem den Zuschauer Spaß. Die Lust am Mitekeln ist groß. Zu ungewöhnlich und widerwärtig sind diese Speisen für uns.

Im Dschungelcamp müssen die Kandidaten oft seltsame Dinge essen.
Im Dschungelcamp müssen die Kandidaten oft seltsame Dinge essen.
Foto: RTL/Stefan Menne

In anderen Kulturkreisen aber gehören sie zum Standard und kommen täglich auf den Tisch. In China essen sie sprichwörtlich Hunde und Katzen. Frittierte Insekten sind in Afrika, dem Nahen Osten und Asien ganz normal. Hoden oder Schafsköpfe gelten in manchen Kulturkreisen gar als Delikatesse.

Skorpion-Lollis auf Bestellung

Seit einiger Zeit versuchen progressive Köche und Genießer die ungewöhnlichen Speisen, zum Beispiel Menüs mit Insekten, in Deutschland salonfähiger zu machen. Gar nicht selten werden Insekten-Kochkurse angeboten. In Online-Shops wie edibleunique.com kann man mit Schokolade überzogene Käfer kaufen, bei insektenlutscher.de Skorpion-Lollis oder frittierte Maden bestellen. Besonders aber Restaurants mit ausländischer Küche haben die für uns ungewöhnlichen Speisen auf ihrer Menükarte – meist sind es einfach Gerichte, die im Heimatland traditionell oder typisch sind.

Schafsmagen, Hoden-Menü und Insektenteller

Die elf Dschungelcamp-Kandidaten der 7. Staffel müssen tierische Delikatessen probieren.
Die elf Dschungelcamp-Kandidaten der 7. Staffel müssen tierische Delikatessen probieren.
Foto: RTL/Stefan Gregorowius

In schottischen Restaurants ist zum Beispiel „Haggis“ Teil des Menüs, ein traditionelles Gericht, bei dem ein Schafsmagen mit Leber, Herz und Lunge des Tiers gefüllt wird. In vielen australischen Restaurants steht Känguru- oder Krokodilfleisch auf der Karte. Im Restaurant „Never Never Land“ in Berlin gibt es dazu auch Gerichte mit Heuschrecken und Schwarzkäferlarven. Im indianischen Restaurant „Manitou“ in Frankfurt wird Klapperschlange oder auch ein gemischter Insektenteller mit Mehlwürmern, Larven und Heuschrecken angeboten. Wer es besonders exotisch mag, kann in Peking das „Penis-Restaurant“ Guolizhuang besuchen und dort nicht nur Penisse, sondern auch Hoden von 30 verschiedenen Tierarten essen.

Insekten sind gesund und umweltschonend

Gibt es bald Häppchen-Buffets mit Insekten-Garnitur?
Gibt es bald Häppchen-Buffets mit Insekten-Garnitur?
Foto: dpa

Nicht alles Tierische ist übrigens auf deutschen Tellern erlaubt. Hunde und Katzen dürfen in Deutschland zum Beispiel nicht angeboten werden. Insekten dagegen werden inzwischen sogar von Experten als gesunde Alternative zu unseren verbreiteten Fleischsorten empfohlen. Die Krabbeltiere liefern ungesättigte Fettsäuren, viel Eisen, Fett, Mineralien und Vitamine. Außerdem ist ihre Zucht vergleichsweise umweltfreundlich. Denn Insekten stoßen viel weniger CO2 aus als etwa Rinder. Bis wir jedoch einen Käfer-Eintopf dem Rostbraten vorziehen, dürfte wohl noch ein bisschen Überzeugungsarbeit nötig sein.

Sind Sie bereit für Ihren ersten Heuschrecken-Salat? Wir zeigen, in welchen Restaurants man tierische Speisen aufgetischt bekommt.

In vielen Ländern sind Insekten, vergorene Speisen oder besondere Teile des Tiers auf der Speisekarte absolut normal und gehören zur traditionellen oder gar alltäglichen Ernährung.

In unserer Bildergalerie zeigen wir, welche Tiere in welchen Ländern auf de Tisch kommen. (iw)

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