Hoden schlucken, Heuschrecken knabbern, Maden mampfen: Im Dschungelcamp wird immer wieder tierisch zugebissen. Was bei uns zu Ekel-Alarm führt, ist aber in vielen Kulturen Delikatesse. Wir verraten, wo man solche „Spezialitäten“ probieren kann.
Für viele Zuschauer sind die „kulinarischen“ Prüfungen im Dschungelcamp der absolute Höhepunkt. Wenn die Kandidaten Hoden, Augen, Penisse und Insekten herunterwürgen müssen, beschert das vor allem den Zuschauer Spaß. Die Lust am Mitekeln ist groß. Zu ungewöhnlich und widerwärtig sind diese Speisen für uns.
In anderen Kulturkreisen aber gehören sie zum Standard und kommen täglich auf den Tisch. In China essen sie sprichwörtlich Hunde und Katzen. Frittierte Insekten sind in Afrika, dem Nahen Osten und Asien ganz normal. Hoden oder Schafsköpfe gelten in manchen Kulturkreisen gar als Delikatesse.
Skorpion-Lollis auf Bestellung
Seit einiger Zeit versuchen progressive Köche und Genießer die ungewöhnlichen Speisen, zum Beispiel Menüs mit Insekten, in Deutschland salonfähiger zu machen. Gar nicht selten werden Insekten-Kochkurse angeboten. In Online-Shops wie edibleunique.com kann man mit Schokolade überzogene Käfer kaufen, bei insektenlutscher.de Skorpion-Lollis oder frittierte Maden bestellen. Besonders aber Restaurants mit ausländischer Küche haben die für uns ungewöhnlichen Speisen auf ihrer Menükarte – meist sind es einfach Gerichte, die im Heimatland traditionell oder typisch sind.
Schafsmagen, Hoden-Menü und Insektenteller
In schottischen Restaurants ist zum Beispiel „Haggis“ Teil des Menüs, ein traditionelles Gericht, bei dem ein Schafsmagen mit Leber, Herz und Lunge des Tiers gefüllt wird. In vielen australischen Restaurants steht Känguru- oder Krokodilfleisch auf der Karte. Im Restaurant „Never Never Land“ in Berlin gibt es dazu auch Gerichte mit Heuschrecken und Schwarzkäferlarven. Im indianischen Restaurant „Manitou“ in Frankfurt wird Klapperschlange oder auch ein gemischter Insektenteller mit Mehlwürmern, Larven und Heuschrecken angeboten. Wer es besonders exotisch mag, kann in Peking das „Penis-Restaurant“ Guolizhuang besuchen und dort nicht nur Penisse, sondern auch Hoden von 30 verschiedenen Tierarten essen.
Insekten sind gesund und umweltschonend
Nicht alles Tierische ist übrigens auf deutschen Tellern erlaubt. Hunde und Katzen dürfen in Deutschland zum Beispiel nicht angeboten werden. Insekten dagegen werden inzwischen sogar von Experten als gesunde Alternative zu unseren verbreiteten Fleischsorten empfohlen. Die Krabbeltiere liefern ungesättigte Fettsäuren, viel Eisen, Fett, Mineralien und Vitamine. Außerdem ist ihre Zucht vergleichsweise umweltfreundlich. Denn Insekten stoßen viel weniger CO2 aus als etwa Rinder. Bis wir jedoch einen Käfer-Eintopf dem Rostbraten vorziehen, dürfte wohl noch ein bisschen Überzeugungsarbeit nötig sein.
Sind Sie bereit für Ihren ersten Heuschrecken-Salat? Wir zeigen, in welchen Restaurants man tierische Speisen aufgetischt bekommt.
Das australische Restaurant „Never Never Land“ hat Krokodil und Insekten auf der Speisekarte.
In vielen Ländern sind Insekten, vergorene Speisen oder besondere Teile des Tiers auf der Speisekarte absolut normal und gehören zur traditionellen oder gar alltäglichen Ernährung.
In unserer Bildergalerie zeigen wir, welche Tiere in welchen Ländern auf de Tisch kommen. (iw)
Kambodscha: Frittierte Vogelspinne
Sie ist das Highlight für jeden Kambodscha-Touristen: Die frittierten Vogelspinnen, die man dort überall am Straßenrand kaufen kann. Wer sich traut in das eklige Äußere zu beißen, erlebt einen vergleichsweise langweiligen Geschmack nach Huhn und Kabeljau. Das Fleisch steckt vor allem im dicken Hinterleib der Spinne, eine braune Masse bestehend aus Organen, manchmal auch Eiern und Exkrementen.
Foto: A.www.viajar24h.com/Wikimedia
Georgina (22): die Bachelor-Kandidatin weiß schon jetzt: "Ich werde an meine Grenzen gehen und nicht schreien "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Ich will Dschungelkönigin werden.
Foto: RTL / Stefan Gregorowius