Ein nackter Po empört Schleswig. Und bringt seinen Besitzer vor Gericht. In Kürze startet der Prozess gegen den Umweltaktivisten Christian Iwert (27) am Amtsgericht der schleswigholsteinischen Stadt.
„Beschimpfender Unfug mit einem Landeswappen“ – so lautet der Vorwurf gegen Christian Iwert. Selbst der Direktor vom Amtsgericht Schleswig, Christian Blöcker, muss ein bisschen schmunzeln: „So einen ungewöhnlichen Fall habe ich noch nie gehabt.“
Das war passiert: Iwert, Umweltaktivist aus Lüneburg, will im Februar 2011 in Schleswig (Kreis Schleswig-Flensburg) den Prozess gegen Freundin Hanna Poddig (26) verfolgen. Die hatte sich in Oster-Ohrstedt (Kreis Nordfriesland) an Bahngleise gekettet, um einem Militärtransport aufzuhalten. Doch an der Einlasskontrolle des Oberlandesgerichts kommt er nicht vorbei.
Was folgt, ist ein Streit mit den Polizisten am Eingang. Iwert wird in Gewahrsam genommen und muss mit auf die Wache. Iwert: „Die haben mir in den Unterleib geboxt und meine Kontaktlinsen in die Augen gedrückt.“
Iwert ist auf Zinne, als er die Wache verlässt – und will seiner Wut gegen die Beamten Nachdruck verleihen: Er lässt die Büx fallen und hält seinen nackten Popo an einen Stein. Einen Stein auf dem das Landeswappen und das Wort „Polizei“ eingemeißelt sind. Folge: empörte Polizisten und eine Strafanzeige.
Gegen die Anzeige hat er Einspruch eingelegt. „Ich habe zudem eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Polizisten eingereicht. Bisher ohne eine Antwort.“
Seine Po-Provokation landet indes in Kürze vor Gericht. Auf „beschimpfenden Unfug mit einem Landeswappen“ stehen bis zu drei Jahre Haft.