Für die Ermordung von fünf Frauen hat das Kieler Landgericht den 65-jährigen Hans-Jürgen Sch. am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte zum Prozessbeginn gestanden, zwischen 1969 und 1984 in der Region nördlich von Hamburg und in der Hansestadt fünf Frauen aus sexuellen Motiven getötet zu haben. Erst im vergangenen Jahr waren die Ermittler ihm auf die Spur gekommen.
Hans-Jürgen W. hat im März 1971 geheiratet, seine Braut war 19 Jahre alt. Ihr Bräutigam war zu dem Zeitpunkt bereits dreifacher Mörder: Er hatte am 20. Juni 1969 die Optikerin Jutta M. (22) getötet, am 30. September 1969 die Näherin Renate B. (16), am 31. Juli 1970 die Angestellte Angela B. (21).
Anderthalb Jahre nach der Trauung schlug der Serientäter wieder zu, erwürgte am 24. Oktober 1972 die erst 15jährige Schülerin Ilse G.. Er hatte zu der Zeit Streit mit seinem Schwiegervater, erzählt er dem Gericht: "Er beschuldigte mich, ein Erbschleicher zu sein."
Bis zur nächsten Tat vergingen 12 Jahre, in denen Hans-Jürgen Sch. Vater zweier Töchter wurde. Am 3. Februar 1984 beging der Maurer den letzten Mord, vergewaltigte und tötete die 18jährige Schwesternschülerin Gabriele S.. Seine Töchter waren damals 10 und sechs Jahre alt.