Seine Flucht führte durch NRW, Sachsen-Anhalt, Hessen, Hamburg, Berlin, Spanien, Frankreich – und endete in einem schleswig-holsteinischen Straßengraben. Der europaweit gesuchte Schwerverbrecher Thomas Feldhofer ist am Sonntag bei Ratzeburg verhaftet worden. Gut möglich, dass der 46-Jährige nie wieder freikommt.
Der Serien-Bankräuber war wegen eines Raubzuges und einer Geiselnahme einer der meistgesuchten Serientäter der Bundesrepublik. Zwischen 2001 und 2008 war Feldhofer wegen acht Banküberfällen im Gefängnis.
Nach seiner Entlassung raubte er erneut Banken, Geschäfte und Tankstellen aus. In Kronberg (Hessen) soll er sogar einen Linienbus samt Insassen gekapert haben. Der gelernte Elektriker ist laut Polizei „hochflexibel“ und soll keine sozialen Kontakte haben. Wohl nur deshalb gelang ihm die mehr als 1000 Tage dauernde Flucht.
Wie bereits „Super-Gangster“ Thomas Wolf (59), der im Mai 2009 auf der Reeperbahn verhaftet worden war, versteckte sich auch Feldhofer in Hamburg.
Doch am Sonnabend wurde ihm die Luft hier offenbar zu dünn: Er raubte einem Polizisten (41) dessen Privatwagen (Golf). Bei Ratzeburg wird er von der Polizei erkannt, nach einer Verfolgungsjagd landet Feldhofer im Straßengraben und wird festgenommen.
Bereits am 13. Januar soll der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Verbrecher in der Susannenstraße (Schanze) gesichtet worden sein. Knapp 20 Polizisten suchten nach ihm – ohne Ergebnis.
Jetzt sitzt er in Frankfurt am Main in U-Haft. Dem 46-Jährigen drohen lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung. Oberstaatsanwalt Alexander Badle: „Wie viele Taten ihm zur Last gelegt werden, ist noch nicht ganz klar. Er hat über die ganze Republik verteilt Gewaltverbrechen verübt. Wir müssen jetzt eine Bestandsaufnahme machen.“ (ms)