Es stinkt nach Ruß, überall liegen Trümmer herum. Von dem Einfamilienhaus an der Kampstraße ist nur noch eine Ruine übrig. Das Gebäude ist am Dienstagmorgen regelrecht in die Luft geflogen. Die Bewohner hatten versucht, eine gefrorene Wasserleitung mit einem Gas-Heizgerät aufzutauen. Ein 66-Jähriger und seine Enkelin (22 Monate) wurden schwer verletzt.
Um 8.20 Uhr jagt ein Knall durch das Städtchen Barmstedt (9500 Einwohner) im Kreis Pinneberg. „Ich wollte gerade das Frühstück vorbereiten, als es diesen dumpfen Knall gab. Dann folgten Schreie“, erzählt Nachbarin Susanne Zantop (48).
Während des Unglücks waren vier Menschen im Haus: Mutter Anja S. (36, Lehrerin), ihre beiden Töchter (22 Monate, 4 Jahre) und ihr Schwiegervater Klaus-Jürgen S. (66, Lehrer).
Anja S. bleibt unverletzt, wird aber mit ihrer älteren, leicht verletzten Tochter in ein Pinneberger Krankenhaus gefahren. Schlimmer erwischt es Klaus-Jürgen S. und das 22 Monate alte Mädchen: Sie erleiden Verbrennungen, werden mit Hubschraubern in Hamburger Kliniken geflogen. Lebensgefahr besteht nicht. Der Vater Jan S. (Steuerberater) war bereits bei der Arbeit und nicht mehr zu Hause.
Während der Löscharbeiten stürzen die Wände ein, das Haus brennt bis auf die Grundmauern nieder.
Die Ursache für die Explosion war wohl ein tragisches Unglück: Offenbar hatte Klaus-Jürgen S. versucht, mit einem Bunsenbrenner eine gefrorene Wasserleitung aufzutauen. Dabei, so die Vermutung der Polizei, kam die Flamme zu nah an eine Gasleitung, brachte diese zum Explodieren.
Anwohner im Umkreis von 200 Metern müssen in Sicherheit gebracht werden. Erst nach vier Stunden gelingt es den Stadtwerken, die defekte Gasleitung zu schließen. „Für die Familie ist das ein enormer Schaden“, sagt Polizeisprecherin Sandra Mohr.
Anja und Jan S. waren vor fünf Jahren in die alte Kate eingezogen, hatten sie aufwendig restauriert.