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Herzinfarkt spürbar im Bauch: Frauenherzen schlagen anders!

Achtung, empfindsames Frauenherz: Emotionaler Stress ist größere Gefahr.

Achtung, empfindsames Frauenherz: Emotionaler Stress ist größere Gefahr.

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Getty

Es wiegt etwa 300 Gramm, pocht 70 bis 80 Mal pro Minute, pumpt 300 bis 400 Liter Blut pro Stunde - bei Mann und Frau.

„Anatomisch sind ein gesundes Frauenherz und ein Männerherz nicht voneinander zu unterscheiden“, sagt Radiologe Dr. Paul Martin Bansmann (37) vom Krankenhaus Porz, der im hochauflösenden Kernspin (MRT) unserem Lebensmotor sogar „live“ beim Schlagen zusieht.

Doch wenn es um Herzerkrankungen, Herzinfarkte und Rhythmusstörungen geht, zeigen sich starke geschlechtsspezifische Unterschiede: Achtung, Frauenherzen schlagen anders!

Die Anzeichen des weiblichen Herzinfarkts

Die allseits bekannten typischen Warnsignale Brustenge, anfallartige, starke Herzschmerzen, die in den linken Arm ziehen, gelten in erster Linie für den Mann.

„Frauen nehmen beim Infarkt eher andere Beschwerden wahr wie Luftnot, Oberbauch-, Rücken-, Kieferschmerzen, die meist nicht direkt mit einem Infarkt in Verbindung gebracht werden“, so Kardiologe Prof. Marc Horlitz (48).

Das sei ein Grund, warum Herzinfarkte bei Frauen laut aktuellem Herzbericht häufiger übersehen werden, in Herzschwäche münden.

Das gebrochene Herz...

...gibt es tatsächlich, und es trifft zu 80 Prozent Frauen! Tod eines nahen Angehörigen, ein tiefgehender, plötzlicher Schreck: Bei extremem emotionalem Stress wird besonders das weibliche Herz so mit Stresshormonen geflutet, dass der Muskel nicht mehr richtig pumpt. Das Herz „bricht“ - genauer: Es wird an der Spitze ballonförmig aufgeblasen, in der Mitte eingeschnürt.

Die Form erinnert an eine japanische Tintenfischfalle, daher der Name Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.

Die Herzkranzgefäße sind typischerweise frei.

Trotzdem ist der Zustand vor allem bei Frauen über 50 nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Es gibt infarktähnliche Herzprobleme und Herzmuskelzellen gehen zugrunde.“

Andererseits sind die Beschwerden gut zu behandeln. Im Krankenhaus werden Betablocker, Blutdrucksenker verabreicht, bis das Herz sich entspannt. Meist kommt es in zehn Tagen wieder in normalen Takt.

Das weibliche Herzrasen

Eine bestimmte Form anfallartigen Herzrasens, die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, trifft in zwei von drei Fällen Frauen - das Herz rast mit bis zu 185 Schlägen pro Minute. „Betroffene, oft jüngere Frauen, werden leicht auf die Psychoschiene geschoben“, bedauert Prof. Horlitz. Abhilfe: Der Kardiologe kann den auslösenden Punkt am Organ veröden. Nach dieser Katheterablation hört das Herzrasen meist auf.

Vorhofflimmern – Risikofaktor weiblich

Vorhofflimmern ist eine gefürchtete Form der Rhythmusstörungen, es können sich Blutgerinnsel bilden, die schlimmstenfalls einen Schlaganfall auslösen. Bei Frauen geschieht dies so deutlich öfter, dass das weibliche Geschlecht als eigenständiger Risikofaktor gibt. Umso wichtiger ist es, das Vorhofflimmern bei Frauen abzustellen.

Fazit: Männer mögen die größeren Vorsorgemuffel sein, aber über das kranke weibliche Herz, so Kardiologe Horlitz, „müssen wir definitiv noch besser aufklären.“



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