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„Ganz schön intim“: Ösis streiten über Sexual-Erziehungs-Broschüre

Die Materialen der Lehr-Broschüre „Ganz schön intim“ sorgten in Österreich für einen Aufschrei.

Die Materialen der Lehr-Broschüre „Ganz schön intim“ sorgten in Österreich für einen Aufschrei.

Foto:

Selbstlaut

Wien -

Riesenwirbel um eine Sex-Broschüre in Österreich: Lehrer sollen den Aufklärungsunterricht für Sechs- bis Zwölfjährige anhand der Materialsammlung „Ganz schön intim“ aufbauen – konservative Politiker laufen Sturm. Zurecht?

Die Broschüre des Vereins „Selbstlaut“ umfasst über 150 Seiten. Darin enthalten: Anregungen, das Thema „Sex“ auf spielerische und unverkrampfte Art zu vermitteln. Auch Lehrvorschläge für Gebiete wie „Patchworkfamilein“ oder „Selbstbefriedigung“ (inklusive onanierenden Strichmännchen) sind enthalten. Der rechte Flügel zürnt.

Die konservative Partei ÖVP und die rechte FPÖ bezeichnen die Broschüre als „verstörend“. Zudem stören sich die Politiker daran, dass die Sammlung eine „Diskreditierung der sogenannten Kernfamilie“ enthalte – immerhin werden auch mehrere Seiten zum Thema „Homosexualität“ mitgeliefert.

Barbara Rosenkranz von der FPÖ: „Sie vermittelt Kindern ein irritierendes Bild von Familie und Sexualität, und stellt damit eine massive Störung unserer Kinder auf ihrem Weg zu selbstbewussten Frauen und Männern dar.“

Kritisch: Als Möglichkeit zur Familiengründung werden in der Broschüre auch Leihmutterschaft und Samenbanken erwähnt – beides in Österreich verboten!

Ganz anders sieht es das Wiener Institut für Familienforschung. Deren Leiter Olef Kepella rät zwar ebenfalls, die rechtlich fragwürdigen Passagen zu überarbeiten, lobt aber in der Tageszeitung „Die Presse“ die Broschüre als „sehr benutzerfreundlich und praktikabel“.