Bis dass der Glaube euch scheidet! Katie Holmes (33) hat die Scheidung eingereicht – um die gemeinsame Tochter Suri (6) vor Scientology und ihrem Vater Tom Cruise (49) zu schützen, mutmaßen Experten. Aber was passiert jetzt mit Suri? Und wie gefährlich ist diese Sekte wirklich? Die MOPO beantwortet die wichtigsten Fragen.
Katie Holmes will das alleinige Sorgerecht für Tochter Suri. Wird Scientology das einfach hinnehmen?
„Nein“, glaubt Ursula Caberta (62), die acht Jahre lang die „Arbeitsgruppe Scientology“ der Hamburger Innenbehörde leitete. „Katie Holmes hat es jetzt nicht nur mit Tom Cruise zu tun, sondern mit der ganzen Organisation. Und das wird hart …“
Was droht Katie Holmes jetzt?
„In der Regel wird versucht werden, dass sie die Klappe hält“, sagt Caberta. „Man wird ihr drohen, zu veröffentlichen, was man über sie weiß.“
Welche Rolle spielen Kinder bei Scientology?
Kinder sollen Rädchen im System sein. Deshalb werden sie auch meist auf eigene Schulen geschickt und dort für das System erzogen, nicht für die normale Welt. Caberta: „Die normale Welt ist feindlich, das wird ihnen eingeimpft. In den USA ist es aber noch schlimmer, da werden Kinder von den Eltern getrennt, das System übernimmt die Erziehung – diese Kinder können in der normalen Welt nicht existieren.“
Was ist Scientology überhaupt?
Scientology ist eine höchst umstrittene Sekte. In den 50er Jahren von einem Science-Fiction-Autor gegründet, finden sich unter den Anhängern inzwischen Stars wie Tom Cruise, die fleißig die Werbetrommel rühren. Dabei strebt die Sekte nicht weniger als die Weltherrschaft an: Sie wollen einen „Clear Planet“ („sauberen Planeten“).
Wie viele Mitglieder hat die Sekte?
Offiziell spricht Scientology von zehn Millionen Mitgliedern weltweit, die Verfassungsschutzbehörden gehen von rund 100.000 bis 120.000 Anhängern aus. In Deutschland waren es 2010 rund 4500 Anhänger, in Hamburg ungefähr 650.
Wie genau rekrutiert Scientology neue Mitglieder?
Die wichtigste Rekrutierungsmethode sind Info-Stände auf der Straße – dabei werden bis zu 200 Menschen am Tag geködert. Aktuell, so Caberta, werden wieder mehr Anträge auf solche Informations-Tische gestellt – allerdings von einzelnen Scientologen, „damit in den Bezirksämtern nicht sofort auffällt, dass das wieder Scientology ist“.
Welche Rolle spielt Scientology in Hamburg?
Caberta: „Es gibt sie noch, aber welche Macht Scientology in Hamburg hat, kann man nicht sagen – wir wissen leider nicht, wie weit ihr Einfluss in Wirtschaft, Politik und Co. reicht.“
Warum ist Scientology so gefährlich?
Sie stehen im Verdacht, Gehirnwäsche bei Mitgliedern zu betreiben, lehnen Psychopharmaka ab. „Scientology ist verfassungsfeindlich, totalitär und stürzt Menschen ins Unglück“, so Caberta. Deshalb steht Scientology weltweit in der Kritik.
Wird die Sekte in Deutschland überwacht?
Ja, bereits seit 1997 ist Scientology in Deutschland ein Fall für den Verfassungsschutz.
Warum wird Scientology nicht verboten?
„Das weiß ich auch nicht“, sagt Ursula Caberta. „Die Fakten reichen, um die Organisation verbieten zu lassen. Doch es passiert nichts.“ Die Expertin vermutet: „Die Bundesregierung will wohl keinen Stress mit den Amerikanern. Wenn Scientology in der Türkei sitzen würde, wäre ein Verfahren wahrscheinlich längst eingeleitet worden …“
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