Buch, Hörbuch, Theaterstück, Film: Man war Heinz Strunks biografischer Erzählung seiner Jugend zwischen Akne, chronischem Masturbationswillen und der Tanzband „Tiffany’s“ eigentlich fast schon etwas überdrüssig geworden. Studio Brauns Neufassung von „Phoenix – Wem gehört das Licht?“ (so hieß das Stück bei der Erstaufführung 2005 am Schauspielhaus) ist trotzdem ein kurzweiliger Remix geworden.
„Die Zeiten des Trashs und des Kasperletheater sind vorbei. Ab 1. Juni bilden wir aus: In drei Jahren lernen Sie einen Witz!“, scherzen Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger zu Beginn bei ihrer direkten Ansprache ins Publikum. Natürlich alles Humbug. Mit komplett neuer Schauspieler-Besetzung seziert das Trio die Schicksalsjahre eines Harburger Spätzünders noch immer in typischer Studio-Braun-Ironie und mit konstantem Bruch bewährter Sehgewohnheiten am Theater.
Ihre Neufassung ist straffer, aber auch konfuser geworden: Als der junge Heinz zum ersten Mal Drogen nimmt und die Bühne im scheinbar psychedelischen Rausch verschwimmt, wirkt die eigentlich Attraktion anschließend etwas lahm und hüftsteif: die Showband „Tiffany’s“, bei der die Musiker lilafarbene Glitzerjackets, Vokuhilas und Schnauzbärte tragen.
Wer die Trash-Operette noch einmal sehen will: „Fleisch ist mein Gemüse“ läuft noch bis zum 20. Mai.
Schauspielhaus: 24./ 27.2., 7./21./30.3., je 20 Uhr, 10-42,50 Euro
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