„Galileo“ im Auge des Shitstorms: Auf der Facebook-Seite des ProSieben-Wissensmagazins zog ein Zuschauer heftig über die Sendung her – und mehr als 100.000 Nutzer klickten „Gefällt mir“. Jetzt hat „Galileo“ auf die emotionale Kritik reagiert.
„Wie kann man sich erdreisten, sich selber ein Wissenschaftsmagazin zu schimpfen und dann den Pazifik mit dem Atlantik zu verwechseln?“, schrieb der Hamburger Gymnasiast Max M. fassungslos auf der Facebook-Seite der Sendung. „Man sollte euch wegen organisierter Verdummung einlochen und zwar in den tiefsten Kerker dieser Erde!“
Sender hat Beitrag nicht entfernt
Offenbar hat diese Kritik einen Nerv getroffen: Innerhalb von knapp zwei Tagen bekam der Beitrag mehr als 100.000 Likes, inzwischen wurde er von der Seite gelöscht. Und auch das sorgt prompt für die nächsten hasserfüllten Posts: „ALLE kritischen Postings löschen. DAS ist wahre Größe“, schreibt Daniel. B. Doch ProSieben dementiert: Der Sender habe den Beitrag nicht entfernt, offenbar nahm ihn der Verfasser selbst aus dem Netz.
Und auch zu der heftigen Kritik bezieht „Galileo“ Stellung: „Liebe Facebook-Fans, wir sind stolz, dass wir 1,2 Millionen Fans auf Facebook haben. Wir sind stolz, dass wir seit fast 14 Jahren Deutschlands erfolgreichstes Wissensmagazin machen“, steht dort. Sie seien aber nicht stolz, wenn Menschen wie Max M. (der volle Name wird auf der Seite sogar ausgeschrieben) sie als „asoziale Ärsche“ beschimpfen.
Kritiker wird als „Lutscher beschimpft“
Und um deutlich zu machen, wie ihr Kritiker tickt, zitieren sie noch von seiner persönlichen Facebook-Seite: Er habe in seiner Chronik auf die Frage „Beste Erfindung aller Zeiten?“ mit „Hitler, kann das sein?“ geantwortet. Mit diesem Hinweis will „Galileo“ den Shitstorm-Auslöser offenbar als unglaubwürdig darstellen.
Und das wirkt: Unter dem Beitrag von „Galileo“ wird Max als „Spinner“ und „Lutscher“ beschimpft – doch viele Nutzer kritisieren wiederum das Magazin heftig dafür, Max M. so an den Pranger zu stellen.
Jetzt müssen ProSieben und Max M. den Shitstorm zusammen ertragen.