Hutkrempe im Gesicht. Sonnenbrille auf der Nase. Seit Jahrzehnten schnoddriger Nuschel-Rock. Keine Frage: Udo Lindenberg (65) ist ein Gesamtkunstwerk! Grund genug, ihm eine ganze Ausstellung zu widmen. Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt ab heute „Udo. Die Ausstellung“ – und gibt Einblicke in das Leben des Hamburger Panikrockers. Der feierte gestern Abend die Ausstellungs-Eröffnung mit Freunden und Bekannten.
Gut gelaunt führt Udo die gewaltige Presse-Meute durch die Schau: „Ich finde es sehr ehrenvoll, hier eine Ausstellung zu bekommen“, sagt er. „Ich bin gerne in Hamburg. Die Panik ist hier schließlich gewachsen.“ Mehr als 400 Exponate hat die Schau zu bieten. Darunter: Fotos, Doku-Filme, Interviewausschnitte, goldene Schallplatten und alte Schlagzeuge des Rockers. Seinen „Ejakulator“ führt Udo auch gleich vor: Das Schlagzeug verspritzt Farbe aus 20 Düsen, wenn man es spielt. „Damit kann ich riesengroße Bilder malen“, so Lindenberg über seine Erfindung.
Für Fans besonders spannend: Das Museum zeigt eine Nachbildung von Lindenbergs Zuhause – seiner Suite im Hotel „Atlantic“ an der Außenalster. Seit 15 Jahren lebt er in seiner selbst ernannten „Panikzentrale“ schon als Dauergast. Mit Alster-Blick, Klavier und schwarzem Lese-Sessel.
Hier ein Tröpfchen Eierlikör, da ein Spritzer Blue Curaçao: Zu sehen gibt es auch Lindenbergs „Likörelle“ – Bilder, die das Multitalent mit farbigen Spirituosen („Was für ’ne Verschwendung!“) pinselt. Diese Art der Malerei hat Udo sich sogar patentieren lassen.
Mitten im ganzen Presse-Trubel schoss auch Tine Acke (34) – Udos Lebensgefährtin und Fotografin – ein paar Bilder von ihrem Liebsten. „Es ist schon seltsam, über den eigenen Freund eine Ausstellung zu sehen“, sagt sie zur MOPO. „Das ist ja fast so, als wäre er schon tot. Aber er springt hier ja zum Glück noch rum.“
40 Jahre Rock’n’Roll, Poesie, Malerei und Coolness – vereint in einer Schau. Das muss gefeiert werden! Udo ließ es gestern Abend noch im Museum krachen, feierte mit Freunden die Ausstellungs-Eröffnung (siehe rechts). Und dann gab Lindenberg sogar noch ein Ständchen zum Besten. Die Legende lebt.
Museum für Kunst und Gewerbe: 21. Dezember 2011 bis 11. März 2012, 8/5 Euro, Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr, mehr Infos unter www.mkg-hamburg.de
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