Hollywoods berühmteste Schöne hat einen Film über den Bosnien-Konflikt gedreht.
„Von allen Filmen, die ich je gemacht habe, ist das der wichtigste“, sagte Angelina Jolie vor der Deutschland-Premiere von „In The Land Of Blood And Honey“.
„Er ist meinem Herzen am nächsten.“ Die rund 800 Kino-Besucher feierten ihr Regie-Debüt anschließend mit langanhaltendem Applaus.
Die MOPO hat mit der 36-Jährigen gesprochen.
Angelina Jolie: Mit Herrn Westerwelle ganz konkret über Wohnprojekte und Entwicklungshilfe in Afrika.
Ich glaube nicht, dass ich eine gute Politikerin wäre. Dazu kann ich mich zu wenig an eine bestimmte Linie halten – was Politiker offensichtlich können müssen (lacht). Aber ich kann ja auch so versuchen, die Dinge auf der Welt ein bisschen besser zu machen.
Mich hat interessiert, was in Menschen vorgeht, die in solchen Situationen leben müssen: Was geschieht, wenn jede Form der Menschlichkeit plötzlich nicht mehr existiert? Wie können aus guten Nachbarn plötzlich erbitterte Feinde werden?
Dieser Konflikt ist wirklich kompliziert und schwierig zu verstehen. Mir konnte das niemand so richtig erklären. Also bin ich nach Bosnien gereist, um direkt mit Kriegsopfern zu sprechen. Diese Gespräche haben mich enorm erschüttert. Vieles davon ist auch in den Film eingeflossen.
Ich glaube, Schuld hat vor allem die internationale Gemeinschaft, die so lange nicht gehandelt hat. Durch dieses Zögern ist die Gewalt immer größer geworden. Schmerz und Verluste wuchsen auf allen Seiten ins Unermessliche. Ich möchte mit meinem Film erreichen, dass die Zuschauer erkennen, welch großer Fehler es war, dass nicht viel früher von außen eingegriffen wurde.
Wir haben gar nicht viel über den Film gesprochen (lacht). Ich wollte lieber alles für mich alleine herausfinden. Aber er war natürlich immer da und hat mich moralisch unterstützt. Als Paar beeinflusst man sich ja auch, ohne dass man es besonders wahrnimmt.
Ehrlich gesagt: Ich wäre nicht unglücklich, wenn dies mein einziger Film bliebe! Eine Woche vor der Premiere hatte ich einen Zusammenbruch.
Ich habe das Gewicht meiner Verantwortung gespürt, die ich den Opfern des Krieges und den am Film beteiligten Menschen gegenüber habe. Das war eine dieser seltsamen Dinge, wo du weinend unter der Dusche stehst, dein Partner reinkommt und du sagst „Du kannst mir nicht helfen! Mir geht’s gut!“
Darum geht’s in „In The Land Of Blood And Honey“
Angelina Jolie erzählt in ihrem Regie-Debüt die Geschichte des serbischen Soldaten Danijel (Goran Kostic) und der Bosnierin Ajla (Zana Marjanovic), die sich verlieben. Man schreibt das Jahr 1992 in einer kleinen Stadt im östlichen Teil von Bosnien-Herzegovina: Ajla wird in ein Internierungslager verschleppt, in dem Frauen vergewaltigt werden. Dort trifft sie Danijel wieder. Er ist der Kommandeur des Camps – und er will ihr helfen ...
Der Film wurde an den Originalschauplätzen des vor 16 Jahren zu Ende gegangenen Krieges gedreht.
Die Schauspieler haben den Krieg zum Großteil selbst miterlebt. „In The Land Of Blood And Honey“ (wurde in zwei Fassungen gedreht: auf Bosnisch und auf Englisch) hat keine Chance auf einen der Bären, da er in der Nebensektion „Berlinale Special“ läuft.
Der Film startet in Deutschland am 23. Februar.
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