Rumpelig und von rauem Charme – so klingen die Songs von Nils Koppruch. Fröhlichtraurige Folkrocklieder, in den 90ern erst mit seiner Band Fink unters Volk gebracht, später genauso erfolgreich solo. Und mittlerweile, seit diesem Sommer, viel gelobt zusammen mit seinem Freund und Kollegen Gisbert zu Knyphausen als Kid Kopphausen. Seine Musik wird bleiben. Nils Koppruch ist gegangen. Er starb in der Nacht zu Mittwoch im Alter von 46 Jahren.
Mit ihm verliert nicht nur die Musikwelt einen begnadeten Songwriter, sondern auch die Kunstszene einen gefeierten Maler. Unter dem Namen SAM fertigte der Hamburger in seinem Atelier auf St. Pauli Bilder, die ebenso rau, schlau und von subtilem Witz waren wie seine Lieder. Mit rund 100 Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz war er einer der erfolgreichsten Maler der alternativen Kunstszene.
Das letzte Konzert von Kid Kopphausen, aufgezeichnet am 30. September von „TV Noir“ in Berlin, ist heute um 23.10 Uhr auf ZDFkultur zu sehen. In „Kirschen“ singt Koppruch: „...und lebend gehen wir nicht mehr aus der Welt.“ Hab’ eine gute Reise, Nils. Zurück bleiben seine Frau und sein vierjähriger Sohn Emil. (nr)
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