Statt Astra gibt's beim Cinemaxx Dammtor nur Warsteiner. Macht nichts. Schon vor Beginn von „Gegengerade“ feiern wartende St. Pauli-Fans ihren Verein mit ein paar Pullen. Die Macher flanieren über den roten Teppich – Claude-Oliver Rudolph, die verknallte Bonnie Strange mit Verlobtem Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Hauptdarsteller Denis Moschitto. Musikalisch begleitet von den Supportern: „We love St. Pauli – we do!“ Gut so.
Schließlich soll der Film über den legendären Kiez-Club ja eine Hommage an die Fans, „den 12. Mann“, sein, sagt Regisseur Tarek Ehlail („Chaostage“). Frage bleibt, ob sich die sympathischen Pauli-Supporter in dem Streifen – koproduziert von Triple Beat und Studio Hamburg (Kino-Start am Donnerstag) – wiederfinden?
Der Streifen ist ein rasantes Werk über Freundschaft, Fußball-Wahnsinn und Stadtteil-Kämpfe. Im dem aber zwischen den vielen Schauplätzen und den arg klischeehaft geratenen Charakteren (der böse Immobilien-Hai, der böse Staatsanwalt, der gute einfache Bierbuden-Besitzer) die Handlung ein wenig verloren geht. Das können auch das Star-Aufgebot um Mario Adorf, Moritz Bleibtreu, Dominique Horwitz und der treibende Soundtrack (hauptsächlich vom Hamburger Label „Audiolith“) nicht ändern.
„Der Film ist zum Teil sehr collagenhaft und hat chronologische Schwierigkeiten. Aber er hat auch Dampf und Energie!“, sagt Hauptdarsteller Denis Moschitto zur MOPO nach der Vorführung.
Die Story: St. Pauli im Aufstiegs-Kampf, drei Hardcore-Fans, die gelegentlich Nazis verprügeln. Bis einer, Autoschrauber Kowalski (brillant: Denis Moschitto), Stress mit der Polizei bekommt. Er soll Autos angesteckt haben. In der End-Szene fackeln und prügeln Polizisten unschuldige Pauli-Fans nieder.
„Die Gewaltszenen gehen zu weit. Aber das Werk zeigt auch, wie das Leben einiger Fans entgleiten kann, wenn es für sie nur noch Fußball gibt!“, sagt St. Pauli-Präsident Stefan Orth. Schön zeigt der Film allerdings auch, was Pauli ausmacht: Autoschrauber und Ärzte – alle feiern zusammen. Noch lange nach Filmschluss erklingt es wieder: „We love St. Pauli – we do!“
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