Erstaunlich: Das schwedische Pop-Duo Roxette feierte seine größten Erfolge in den späten 80ern und frühen 90er Jahren - aber der Großteil der rund 8000 Fans, die am Dienstag die O2-World stürmten, war nicht älter als 30.
"Marie, Marie" rufen sie entzückt auf die Bühne, als es endlich losgeht. Bei der blonden Leadsängerin war 2002 ein Gehirntumor entdeckt worden, der sich aber behandeln ließ. Jetzt steht die 53-Jährige wieder auf der Bühne - so schlank und grazil, aber mit dieser unvergleichlichen Stimme. Das zeigt sich schon bei den ersten Songs "Dress For Success" und dem rockigen "Sleeping In My Car."
In manchen Momenten röhrt Marie Fredriksson wie eine waschechte Bluesrockerin. Gitarrist Per Gessle sorgt dafür, dass sie sich auf's Singen konzentrieren kann und übernimmt das Herumspringen auf der Bühne und die großen Gesten. Auch das gutgelaunte Geplauder mit dem Publikum liegt vor allem bei ihm. Fast fürsorglich wirkt das.
Roxette bleiben dem Publikum an diesem Abend keinen großen Hit schuldig. "The Look", "Dangerous", "Fading Like A Flower" und ein unheimlich gefühlvolles "Must Have Been Love" stehen ebenso auf der Setlist wie die neue Single "She's Got Nothing On (But The Radio)". Als Zugabe gibt es dann noch "Spending My Time".
Als das Publikum dann immer noch nicht aufhören will zu applaudieren, kommen die Schweden noch einmal auf die Bühne und schließen mit "Church Of Your Heart". Dann ist Schluss. Draußen vor der O2-World spielt ein Straßenmusikant Roxette-Songs auf der Akustikgitarre - eine Gruppe Mädels, die noch immer nicht genug haben, stimmen lautstark zu "How Do You Do" ein, während das restliche Publikum sich in die Shuttlebusse verteilt.
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