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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 27.12.2011

Wohnen wird teurer: Die SAGA erhöht die Miete bei 18.600 Wohnungen

Von Sandra Schäfer
Mitglieder des Netzwerkes „Recht auf Stadt“ protestieren im November vor der SAGA-Zentrale gegen befürchtete Mietsteigerungen. Erhöht werden sie nun trotzdem.
Mitglieder des Netzwerkes „Recht auf Stadt“ protestieren im November vor der SAGA-Zentrale gegen befürchtete Mietsteigerungen. Erhöht werden sie nun trotzdem.
Foto: Marius Röer

Die SAGA erhöht zum April die Mieten bei 18600 Wohnungen. Die Briefe gehen diese Woche in die Post. Und das nur zwei Monate nach Veröffentlichung des neuen Mietenspiegels. Im Lauf des Jahres plant das städtische Unternehmen insgesamt 30000 bis 40000 Mieterhöhungen. Damit ist jede dritte Wohnung der SAGA betroffen.

SPD setzt Deckelung durch: Es gibt auch eine gute Nachricht. Die SPD setzte durch, dass die Mieterhöhungen gedeckelt werden und damit nicht auf Mietspiegel-Niveau steigen. Berechnet wird die neue Miete auf Basis des Spiegels von 2009. „Auf diesen Mittelwert rechnen wir maximal 3,7 Prozent drauf“, sagt SAGA-Vorstand Lutz Basse. Das sei deutlich weniger, als mit dem neuen Mietenspiegel möglich wäre. Denn der verzeichnet eine Steigerung um 5,8 Prozent. Die SAGA verzichtet dadurch allein in diesem Jahr auf Mieterlöse in Höhe von 2,5 bis drei Millionen Euro.

Maximal 30 Euro mehr: Wer jetzt eine Mieterhöhung bekommt, muss laut SAGA durchschnittlich etwa zwölf Euro mehr pro Monat zahlen. Niemand müsse mit einer Steigerung rechnen, die über 30 Euro monatlich liege. Auch das ist gedeckelt.
Es gibt Mieter, die mit zehn Prozent mehr Miete rechnen müssen (falls sie derzeit deutlich unter Mietspiegel-Niveau lagen). Das ist aber laut Unternehmen das Maximum. Man liege damit weit unter dem Mietenspiegel, der bei Altbau-Wohnungen Steigerungen von 16 Prozent verzeichne.

SAGA will Mieten nicht einfrieren: „Mieter helfen Mietern“ reagierte positiv auf die Ankündigung. „Das ist schon mal ein Zeichen“, sagte Sylvia Sonnemann. „Schöner wäre gewesen, die SAGA hätte die Mieten mal ein halbes Jahr gar nicht erhöht.“ Die SAGA erteilt solchen Forderung eine Absage. „Wir sind nicht dazu da, Wohngeld oder andere soziale Hilfen zu subventionieren“, sagt SAGA-Vorstand Lutz Basse. Die SAGA sei ein Unternehmen und brauche die Mietsteigerungen, weil sie selbst höhere Kosten zu tragen habe. Insbesondere da die Baupreise steigen und die SAGA sich verpflichtet habe, 1000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen.

Sonderfall Mümmelmannsberg: Noch verschont bleiben von Mieterhöhungen die Großwohnsiedlungen wie Mümmelmannsberg. Hier arbeitet die SAGA an einer langfristigen Mietenstrategie. Man müsse aufpassen, dass die Mieten dort nicht so sehr steigen, dass sie wieder gesenkt werden müssen, wenn der Mietmarkt sich entspannt. Das Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“ überreichte dem SAGA-Vorstand gestern auf einer Sitzung eine goldene Mietpreisspirale.

 

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