Die Feuerteufel in dieser Stadt werden immer hemmungsloser. Brennende Autos scheinen ihnen nicht mehr zu genügen. Jetzt wurden binnen weniger Tage ein Waldkindergarten und ein Bauspielplatz abgefackelt. Die gedankenlosen Täter sind verantwortlich für verstörte Kinder, brennende Stofftiere und mehrere zehntausend Euro an Schäden, die keine Versicherung zahlt.
Traurig blickt Niklas (5) in die verkohlten Überreste der Schutzhütte, in der er so viele schöne Stunden mit seinen Freunden gespielt hat. Von seinem Teddy „Kuschel“ kann er keine Spur mehr entdecken, er ist verbrannt.
Der Waldkindergarten Wichelnbusch zwischen Volksdorf und Berne wurde in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag von Brandstiftern angezündet. Die 15 Jungen und Mädchen haben jetzt keinen Platz mehr zum Aufwärmen und um ihre nassen Kleider zu wechseln. Verbrannt sind neben Spielsachen auch ein Ofen, eine teure Kletterausrüstung für den Wald und ganz viele Werkzeuge wie Sägen, Handbohrer und Schraubstöcke. „In dieser Hütte war alles, was wir besitzen und über die Jahre gesammelt und gebaut haben“, sagt Kita-Leiterin Barbara Meyer. „Mittlerweile hat die Polizei festgestellt, dass es sich um Brandstiftung handelt, und das ist so traurig.“ Die Kinder könnten sich gar nicht vorstellen, dass jemand so gemein sein könne.
Ein paar Stunden später, ein paar Kilometer entfernt. Wieder gehen Kinderträume in Flammen auf. Norbert Knappe (58) steht in Hummelsbüttel vor einer Feuerwand. 20 Meter hoch züngeln die Flammen orangerot in den Nachthimmel. „Hier ist nichts mehr zu retten“, sagt der langjährige Leiter des Bauspielplatzes Tegelsbarg: „Wie soll ich das bloß den Kindern erklären?“
60 Feuerwehrleute können einen Waldbrand verhindern, doch das Hüttendorf des Spielplatzes brennt komplett ab. Monatelang hatten hier 40 Kinder an den acht mehrstöckigen Holzhütten gesägt, geschraubt und gehämmert. Sie hatten verwinkelte Dächer, Balkone und kunstvolle Treppen gebaut. Der unbekannte Brandstifter hat das Kinderwerk Montagnacht mit einem Streichholzstreich vernichtet. Wie bereits 2005.
Knappe aber will sich nicht entmutigen lassen: „Wenn wir finanzielle Unterstützung für Material bekommen, klotzen wir richtig ran.“ Dann will er im nächsten Jahr das 30-jährige Bestehen des Vereins schon in einem neuen Hüttendorf feiern.
Weil die Schäden nicht versichert sind, können Waldkindergarten und Bauspielplatz jetzt jede Hilfe für den Wiederaufbau gebrauchen. Allein die Schutzhütte mit Ofen, Bänken, Regalen und Küche hatte einen Wert von 20000 Euro. Hinzu kommen Kletterausrüstung und Co. Außerdem brauchen beide Einrichtungen weitere Mittel, um die verbrannten Überreste entsorgen zu lassen. Der Bauspielplatz braucht außerdem Paletten, Bauholz und Materialien wie Schrauben etc. für den Bau.
Spendenkonto:
Hamburger Morgenpost,
Konto-Nr.: 0529529, Deutsche Bank Hamburg (BLZ 20070000),
Stichwort: „Feuer“
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