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Einsätze in Hamburg, Razzien im Rotlichtmilieu auf der Reeperbahn, Unfälle und Crime-Geschichten

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Weil das Geld nicht reicht: Immer mehr Hamburger Rentner werden zu Dieben

Seelenruhig steckt sie ihre Beute in die Handtasche. Die andere Kundin bemerkt den Diebstahl nicht einmal.
Seelenruhig steckt sie ihre Beute in die Handtasche. Die andere Kundin bemerkt den Diebstahl nicht einmal.
Foto: hfr

Mal sind es die Cracker für 69, mal die Schokokekse für 99 Cent. In den meisten Fällen klaut die 86-jährige Martha K. (Name geändert) jedoch Babynahrung. Die hagere Frau ist eine von etlichen Senioren, die in Hamburg stehlen gehen, weil ihre Rente nach eigener Aussage nicht reiche.

Die Bundespolizei ist alarmiert und warnt: Es werden immer mehr Fälle. Die Zahl der Diebstähle von Senioren (ab 65 Jahre) stieg im Vergleich von 2009 zu 2010 um satte 36 Prozent. Und das nur innerhalb von Hamburgs Bahnhöfen. Dort schlagen die älteren Täterinnen und Täter häufig zu.

Eine von ihnen ist Martha K. Erstmals erwischten die Bundespolizisten die alte Frau Ende 2009. Sie hatte eine Zeitung gestohlen und gab an, dass sie sich diese mit ihrer mickrigen Rente nicht leisten könne. Es folgten immer wieder Diebstähle am Hauptbahnhof. Die 86-Jährige stahl Kartoffeleintöpfe, Linsensuppen, Kekse und immer wieder Babybrei und Fruchtgläschen. „Sie war auffallend mager. Da sie anscheinend nicht ausreichend versorgt war, haben wir das zuständige Sozialamt eingeschaltet“, sagt Rüdiger Carstens, Sprecher der Bundespolizei.

Auch Maria A. (64) fassten die Beamten. Sie hatte Frauenzeitschriften im Bahnhof Altona gestohlen. Die Seniorin entschuldigte sich immer wieder bei den Bundespolizisten. Die verzweifelt wirkende Frau sagte, dass sie die Zeitschriften so gerne lese, sie sie sich aber von ihrer Rente nicht leisten könne.


Von Problemen mit der mickrigen Rente sprach auch ein 67-Jähriger. Er hatte eine Flasche „Klosterfrau Melissengeist“ gestohlen.

„Gerade solche Fälle gehen an den Beamten natürlich nicht spurlos vorüber. Wir versuchen dann umgehend, professionelle Hilfe zu organisieren“, sagt Bundespolizeisprecher Rüdiger Carstens.

In Hamburg haben laut der aktuellsten Zahlen des Statistikamts Nord im Jahr 2009 336.410 Senioren (ab 65 Jahren) gelebt. Davon 17.763 von der so genannten Grundsicherung (zum Vergleich: 2007 waren es noch 16.427, die die Grundsicherung bezogen haben).

Bedeutet: Diese Senioren leben am Existenzminimum. Sie müssen im Monat mit 364 Euro auskommen – sei es für Essen, Kleidung, Medikamente, Telefon, HVV-Karte oder Strom. Zusätzlich werden die Miete (für Alleinstehende von 277 bis 382 Euro) und Heizung übernommen.

„Das Problem ist, dass es tatsächlich auch Senioren gibt, die nicht einmal von der Grundsicherung leben, da sie gar nicht wissen, dass es diese gibt und sie darauf Anspruch hätten“, sagt eine Sozialamts-Mitarbeiterin, die nicht genannt werden möchte.

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