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Von Tor erschlagen: Harburg: Trauer um den kleinen Fußballer Kornlan-Effrahim F.

Vereinsmitglieder rollen das Unglückstor vom Fußballplatz. Es soll nie wieder benutzt werden.  Jetzt steht es als eine Art Altar neben dem Feld, Blumen und Kerzen werden davor niedergelegt.
Vereinsmitglieder rollen das Unglückstor vom Fußballplatz. Es soll nie wieder benutzt werden. Jetzt steht es als eine Art Altar neben dem Feld, Blumen und Kerzen werden davor niedergelegt.
 Foto: ruega

Es ist eine schreckliche Tragödie, die Harburg erschüttert: Ein siebenjähriger Junge ist am Freitagabend von einem Fußballtor erschlagen worden. Jugendliche hatten es nach einem Spiel vom Feld getragen. Doch beim Aufrichten kippt das über 100 Kilo schwere Aluminium-Gestell um – genau auf den Kopf des kleinen Kornlan-Effrahim F. Notärzte kämpfen verzweifelt um sein Leben, reanimieren ihn. Ohne Erfolg: Wenig später stirbt der kleine Fußballer in einem Krankenhaus.

Der Jugendleiter wischt am Sonnabendmittag noch die Blutspuren weg, dann nehmen die Vereinsmitglieder das Fußballtor und tragen es vom Feld. Trauernde Kinder, Jugendliche und Erwachsene legen Blumen hinein, stellen Kerzen auf. Nie wieder soll ein Ball in das Tor fliegen, das den kleinen Fußballer aus Harburg erschlagen hat.

„Effi“ spielte seit anderthalb Jahren in der F-Jugend des Vereins „Dersimspor“ in Harburg. Er galt als talentiert.
„Effi“ spielte seit anderthalb Jahren in der F-Jugend des Vereins „Dersimspor“ in Harburg. Er galt als talentiert.
 Foto: ruega

„Effi“, so nannten Freunde den Siebenjährigen, war seit etwa anderthalb Jahren Mitglied im Fußballverein „Dersimspor“, spielte in der F-Jugend. „Er war ein sehr talentierter Junge“, sagt Jugendleiter Erkan Köse (40). „Als Stürmer war er besonders stark.“ Jeden Freitag trainierte der Siebenjährige auf dem Sportplatz an der Baererstraße. Der letzte Trainingstag endete jedoch tragisch.

„Effi“ hat mit der F-Jugend von 16.30 bis 18 Uhr Training. Doch er beschließt, nach dem Spiel noch zu bleiben. Denn die C-Jugend trainiert anschließend – also auch sein größerer Bruder. Die Jugendlichen spielen diesmal eine andere Variante: Sie legen das Tor hin, um die Öffnung zu verkleinern. Gegen 19.30 Uhr endet das Training, die Spieler gehen vom Feld. „Effi“ und ein Freund laufen daraufhin auf den Platz, um ein bisschen zu kicken.

Währenddessen schickt ein Trainer einige Jugendliche aus der Umkleide zurück auf das Feld. Sie sollen die Tore wieder aufrichten. Dabei kippt jedoch das über 100 Kilo schwere Aluminium-Gestell, fällt um und trifft „Effi“ am Kopf. Der Junge bricht sofort ohnmächtig zusammen.

Die Jugendlichen rufen nach ihren Trainern, diese alarmieren sofort den Rettungsdienst. Doch als der Notarzt nur wenige Minuten später eintrifft, ist der Junge schon tot. Doch es gelingt den Rettungskräften, den kleinen Fußballer zu reanimieren. Der Siebenjährige hat einen schweren Schädelbruch, wird im Krankenhaus ins künstliche Koma versetzt. Mit allen Mitteln kämpfen die Ärzte um sein Leben. Doch es hilft alles nichts: „Effi“ erliegt wenig später seinen schweren Kopfverletzungen.

Die Familie, Freunde, Vereinsmitglieder, alle sind geschockt. Nach diesem tragischen Vorfall ruft Erkan Köse gestern eine Versammlung ein, rund 150 Trauernde kommen. Kinder und Jugendliche stehen fassungslos auf dem Sportplatz, der Vater des Jungen und weitere Angehörige werden vom Kriseninterventionsteam betreut. „Wir sind zutiefst betroffen“, sagt der Jugendleiter. „Viele Kinder und Jugendliche hatten den Unfall gesehen. Jetzt müssen sie und auch andere Vereinsmitglieder das Geschehen erst einmal verarbeiten. Wir haben alle sportlichen Aktivitäten abgesagt.“

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