Geiselnahme auf dem Kiez: Acht Stunden lang haben vier Entführer zwei Männer in einem Keller an der Reeperbahn gefangen gehalten und mit Pistolen bedroht. Hintergrund ist ein missglückter Deal mit einem Mineral, das als Diamantersatz verwendet wird.
Gestern stürmte ein Großaufgebot der Polizei im Bereich Reeperbahn/Silbersackstraße einen Juwelierladen, ein Café, eine Spielhalle und ein Elektronikgeschäft. Gleichzeitig wurden drei Privatwohnungen durchsucht. Die Aktion galt vier türkischstämmigen Männern im Alter von 30 bis 42 Jahren. Das Quartett kam in Haft.
Laut Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers liegt die eigentliche Entführung bereits Wochen zurück. Erst jetzt konnten die Verdächtigen überführt werden. Am 24. Januar waren die beiden Opfer unter einem Vorwand nach St. Pauli gelockt worden. Um 15.30 Uhr wurden sie überwältigt und im Bereich der Reeperbahn in einen Keller gesperrt. Die Täter hielten ihnen Pistolen an die Köpfe und zwangen sie, ihre Verwandten über Handy anzurufen. Die Forderung: 36000 Euro Lösegeld. Schließlich gaben sich die Entführer mit 17000 Euro zufrieden. Mit der Drohung, die restlichen 19000 Euro bald zu beschaffen, wurden die Opfer entlassen.
Hintergrund soll ein Geschäft zwischen Tätern und Opfern sein. Dabei ging es um das Mineral Moissanit. Es ist fast so hart wie ein Diamant und kann beispielsweise bei Schleifgeräten als Diamant-Ersatz verwendet werden.
Gestern spielte sich in Hamm ein weiteres Entführungsdrama ab. Ein 31-jähriger Lübecker war Mittwoch gegen 20.30 Uhr in Hamburg von zwei Männern gekidnappt worden. Angeblich ging es um Drogenschulden. Nach einem Notruf, der bei der Lübecker Polizei einging, schickte die das Spezialeinsatzkommando (SEK). Den Beamten gelang es, das Opfer gestern um 5.45 Uhr in einer Wohnung in Hamm zu befreien und die Entführer festzunehmen.
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