Eigentlich kann man nur mit dem Kopf schütteln: Ganze 16 NPD-Funktionäre haben es gestern wieder mal geschafft, eine Innenstadt teilweise lahmzulegen. Diesmal Hamburg. Ein großes Polizeiaufgebot. Viele Gegendemonstranten. Und der Verkehr, er stand still.
So ist es jetzt jeden Tag in einer anderen norddeutschen Stadt. Auf ihrer so genannten „Deutschlandfahrt“ hat die NPD zuvor schon Neumünster, Kiel, Rostock, Lüneburg und Schwerin heimgesucht. In Hamburg traten sie gestern sogar zwei Mal auf: Erst am Hauptbahnhof, dann in Bergedorf hielten NPD-Gestalten wie Thomas Wulff und Bundessprecher Frank Franz Reden gegen Euro und angebliche Überfremdung. „Moin, Moin, Hamburg!“ rief Wulff seinen Zuhörern zur Begrüßung zu. „Halt’s Maul!“ kam’s im Chor zurück. Was Wulff und die anderen sonst noch so zum Besten gaben, war kaum zu verstehen, weil jedes Wort im Lärm der rund 150 Gegendemonstranten unterging.
DBG-Chef Uwe Grund ist entschlossen, dem rechten Mob nicht die Straße zu überlassen. „Diese Tour vermasseln wir ihnen!“, sagte der Gewerkschafter zur MOPO. „Überall, wo sie auftauchen, werden auch wir sein.“ Wir – das waren gestern Linke, Sozialdemokraten, Piraten und AStA-Vertreter. Auch Professor Hubertus Gaßner machte mit. Der Direktor der Kunsthalle hielt eine Rede gegen rechts.
(ow)
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