Schock im Rathaus: Die Elbphilharmonie scheint zum Teil Schrott zu sein! Das sagte Architekt Pierre de Meuron (61) am Donnerstag im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) aus. Zudem geht es am Freitag vor Gericht darum, ob die Stadt pro Tag 200.000 Euro Schadensersatz fordern kann.
„Die Ausführungsqualität ist keinesfalls angemessen“, sagte der Stararchitekt. Das fange bei der Technik an – und höre bei der Backsteinfassade des Kaispeichers auf: Die sei zum Beispiel stark verunreinigt, die Oberfläche „immer noch nicht wasserabweisend“: „Der Zustand kann sich im Winter weiter verschlechtern“, sagte de Meuron.
Anstatt die Mängel endlich zu beseitigen, schlage Baukonzern Hochtief jetzt vor, die Fassade auszutauschen! „Ich bin verärgert“, sagte de Meuron. „Die Qualität ist weiter Anlass zu größter Sorge“, eine Qualitätssicherung gebe es immer noch nicht.
Als Konzequenz sollte die Fa. Hochtief für die nächsten Jahre von allen öffentlichen Bauvorhaben in Hamburg ausgeschlossen werden. Zusätzliche sollte der Vorgängersenat Gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden.
Und nun überlegt euch mal, was der Betrieb der Philharmonie noch kosten wird. Wieviele normale Hamburger werden überhaupt in den Genuss kommen, die Philharmonie von innen zu sehen. Eigentlich müsste jeder Hamburger auf Lebenszeit deutlich vergünstigte Eintrittskarten erhalten! Das wäre ja wohl das Mindeste. Aber was soll man erwarten, wenn Adlige sich Paläste auf Kosten ihrer Leibeigenen errichten. Ja, in 50 Jahren kräht kein Hahn mehr danach. Aber das ist das bescheuertste Totschlagargument, das ich jeh gehört habe. Das sagen die Chinesen auch, die Ihre Wolkenkratzer auf den Leichen von Millionen Wanderarbeitern errichten.
Wenn sie errstmal fertig ist wird sie DER Anziehungspunkt in Deutschland, vielleicht sogar Europaweit. Dann wird das Geld auch wieder reinkommen. Aber es ist schon dreist 77 Millionen zu veranschlagen und dann immer mehr zu verlangen. Wieviele sollen es jetzt sein? 400-500 Millionen? Das Geld liegt ja auch nicht in einem Top, das wird über Jahre bezahlt. Ich denke Stadt und Hochtief haben beide ihr Schuld zu tragen. Das ist wie mit der Tragödie bei der Loveparade, keiner will Schuld haben und schiebt sie dem anderen in die Schuhe.
sind doch nur 5700 mängel, da kann man doch nicht von schrott reden, oder doch?
Jedem Beteiligten (Stadt/Bauunternehmen) war von vornherein klar, dass dieses Gebäude mindestens 500 Mio. Euro kosten wird. Da der Architekt offensichtlich für wichtige Teile der Leistungsphasen (gem. HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) wie z. B. die Kostenschätzung und -berechnung (!) - und das ist ziemlich außergewöhnlich (unseriös) - entbunden wurde, kann er auch nicht verantwortlich sein. Eine beliebte Vorgehensweise in Hamburg ist offensichtlich die Schaffung von vollendeten Tatsachen auch und insbesondere durch Straftaten. Bei der verantwortlichen CDU/GAL-Regierung war es so, dass man dies von vornherein einkalkulierte. Die notwendigen Baukosten sollten offensichtlich dann nach und nach mehr oder weniger durch verdeckte "Umschichtungen" im Haushalt bezahlt werden. Das besondere an der vorherigen Regierung war jedoch, dass sie sich offensichtlich einbildete "alles im Griff zu haben" zumal sie nach meinen Erkenntnissen bei etwaigen drohenden Strafverfahren / Strafanträgen selbst stets nach eigenen Interessen entschieden ob ermittelt wird oder, ob die jeweiligen Verfahren im Sande verlaufen werden. In dem zu mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarteten Ausmaß ein in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispielsloser Amtsmissbrauch.
man sagt ja, viele Köche verderben den Brei; ich hätte gar nicht erst an einem Platz dort in der Ecke, was wie eine Mausefalle ist, etwas auf den Kaispeicher A aufgebaut; ich finde die Architektur häßlich, weil ein unmöglicher Kompromiß, das so aussieht, als überlegten die Verantwortlichen, "ja, was machen wir eigentlich da?" und der Architekt trägt große Mitschuld, denn Architekten wollen immer Unmögliches durch Statiker berechnen lassen und die Baufirma ist mit so einer kuriosen Architektur überfordert, weil eigentlich nicht ausführbar; an anderer Stelle hätte man zwanglos ein schönes Gebäude bauen können, wo es auch keine Verkehrsprobleme gibt. So sind auch Verkehrsprobleme vorprogrammiert, wie sollen dort beim Kaispeicher A die vielen Gäste vorfahren? An Wohnblocks vorbei, wo Leute wohnen, die mit Beginn der Konzertzeit (ja wann denn???) nie wieder ihre Ruhe bekommen werden, .... Chaos total
Dieses sinnlose Prestigeobjekt verschluckt so viel Geld und ich fahr immernoch durch Schlaglöcher, bezahle Unsummen für Miete und sehe Menschen am Existensminimum!
Das Herz der neuen HafenCity schon vor ihrer Fertigstellung ein Fall für die Abrissbirne?
Dreistigkeit des senates kennt keine grenzen, das ist in meinen augen eine farce an die bürger von Hamburg
Es ist zu befürchten, dass aus dem Millionengrab auch noch ein Milliardengrab wird. Das darf nicht sein! Es gibt wichtigere Aufgaben, die die Stadt leisten muss. Solch einen Operettenpalast finanzieren normalerweise NUR Privatinvestoren. Die Stadt muss sich um ihre ureigensten Aufgaben kümmern. Dazu gehören die Schaffung von hinreichend bezahlbarem Wohnraum (was der Senat momentan macht, ist völlig unzureichend), den Erhalt von Schulgebäuden (es kann nicht sein, dass Kinder in verschimmelten Räumen unterrichtet werden), ausreichende Finanzierung der Uni Hamburg und Ausbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes (Schlaglöcher ausbessern und holprige Radwege reparieren). Auch steht den öffentlich Bediensteten ihr Weihnachtsgeld zu! Herr Scholz, bitte keine Ausreden mehr! Wir können uns diese immer teurer werdende Elbphilharmonie schlichtweg nicht leisten! Schluss jetzt, lasst die Bauruine als Mahnmal für Größenwahn stehen, für Touristen kann darin ein Museum eröffnet und für Sportler eine Freeclimbing-Anlage an den Fassaden entstehen. So hätte die Ruine dann immerhin noch einen Nutzen.
Auch ein Mahnmal gegen Größenwahn hat seinen Reiz
An diesem Beispiel merkt man wieder einmal das Hamburg einfach nunmal keine wirkliche metropole ist im weitesten Sinne!! An anderen Orten werden derartige Projekte Regelmässig aus dem Bodem gestampft und bedarfen nicht so viel heisser Luft und Medienaufmerksamkeit. Gott sei Dank ist man damals nicht in die engere Auswahl des Bewerberfeldes für die Olympiateilnahme gekommen.
Eine weitere Horrormeldung. Und sie passt ins Bild. Die MOPO erklärt, was bei dem Projekt alles schief läuft:
Die Baustelle ruht fast komplett: Hochtief hat die Arbeiten an dem komplizierten Tragwerk des Daches aufgrund von Sicherheitsbedenken eingestellt. Erste Gespräche mit der Stadt hatten keine Einigung gebracht.
Wie teuer ist der Bau jetzt? Das weiß niemand. Ursprünglich waren mal 77 Millionen Euro veranschlagt. Mindestens wird die Stadt aber 351 Millionen Euro zahlen. Der Senat rechnet zudem mit mehr als 100 Millionen Euro an zusätzlichen Forderungen.
Wieso folgt eine Hiobsbotschaft auf die nächste? Es gibt zwei grundsätzliche Probleme. Erstens herrscht zwischen Stadt und Hochtief Krieg – obwohl beide kooperieren müssten. Zweitens soll der Bau etwas ganz besonderes sein, Fassade, Dach, Rolltreppen, Konzertsäle – alles sind spektakuläre Maßanfertigungen, die immer wieder Probleme verursachen.
Trifft die Architekten dann keine Schuld? De Meuron wies jede Schuld von sich und zeichnete folgendes Bild: „Eine derartige Art der Realisierung habe ich noch nicht erlebt.“ So wurden Kosten der Öffentlichkeit Mitte 2005 fünf Prozent zu niedrig mitgeteilt. Der Bauauftrag wurde vergeben, obwohl weder Baugenehmigung, fertige Pläne für den Konzertbereich, Gesamtterminplan und -koordination vorlagen und Aufträge ohne Kostenbegrenzung vergeben wurden.
Davor habe man die Stadt mehrfach gewarnt – ohne Erfolg. Die Folge: Ständig neue Planungen, massive Kostennachforderungen. Selbst als die Stadt 2008 Hochtief nochmal 137 Millionen versprach, erhielt man im Gegensatz „keine Kosten- und Terminsicherheit“, klagte de Meuron über die miesen Verhandlungen seitens der Stadt. Aber auch die massiven Forderungen von Hochtief seien im internationalen Maßstab „gänzlich neu“: „Fast jede Schraube wurde von denen mit einer Mehrkostenforderung versehen.“
Worum geht es am Freitag vor Gericht? Nach diversen Terminverschiebungen und Einigungen ist der Bau erneut 14 Monate in Verzug: 2014 kann mit Glück eröffnet werden. Drei Monate Verzögerung nimmt die Stadt auf ihr Konto – wegen Planungsänderungen. Für die verbleibenden elf Monate soll Hochtief blechen. Im Verfahren soll geklärt werden, ob Hochtief den Bau eigentlich im Februar an die Stadt übergeben müsste.
Ob bereits ein Urteil gefällt wird, ist offen. Geben die Richter der Stadt Recht, würde diese ab Februar für jeden Tag Verzögerung 200.000 Euro Schadensersatz fordern. Hochtief schiebt die Verzögerung auf schlechtes Wetter und ständige Umplanungen der Stadt.
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.