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Veddel: Aus für die Reis-Mühle

Das Firmengelände des Reisanbieters Euryza in Hamburg.
Das Firmengelände des Reisanbieters Euryza in Hamburg.
 Foto: dapd

Fast jeder Autofahrer kennt das schwarz-weiße „Oryza“-Schild, das einen begrüßt, wenn man über die Elbbrücken nach Hamburg fährt. Seit 100 Jahren befindet sich dort am Peutekanal eine der größten europäischen Reismühlen. Damit ist es nun vorbei: Der Hamburger Traditionsbetrieb wird geschlossen.

Noch bis Ende März 2013 werden die Lastwagen vollbeladen mit Millionen Reiskörnern in Tüten das Werk auf der Veddel verlassen. Dann ist Schluss. Der spanische Mutterkonzern Ebro Foods schließt die „Euryza“-Mühle mit seiner Marke „Oryza“ und verlagert die Produktion ins belgische Antwerpen. Begründung: In Hamburg gebe es zu wenig Lagerflächen. Bemühungen, neue Silokapazitäten zu finden, seien gescheitert. Nur die Verwaltung soll in der Hansestadt verbleiben.

Für die Belegschaft ist das Aus ein harter Schlag: 65 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Zwar wird es eine Transfergesellschaft geben, Ebro Foods zahlt zudem großzügige Abfindungen. Doch laut Betriebsrat handelt es sich bei den Beschäftigten größtenteils um ungelernte Kräfte. Viele von ihnen sind älter. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie kaum noch eine Chance. Ihnen droht Hartz IV.

„Wir haben wenig Verständnis für die Schließung“, so Betriebsratschef Werner Masseck. Schließlich gehe es dem Unternehmen gut. Zuletzt habe es nur schwarze Zahlen geschrieben.
Was mit den Gebäuden der 1909 von Alfred Lüthke gegründeten Reismühle geschehen wird, ist unklar. Die Verwaltung mit den verbleibenden 46 Angestellten wird vermutlich in ein Büro-Gebäude umziehen. NG

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