Die Hamburger lieben Bäume. 294233 Euro spendeten sie bislang für die Senatsaktion „Mein Baum – Meine Stadt“. Doch für jeden Spenden-Euro gehen 45 Cent für Werbung und PR-Agenturen drauf!
Das Prinzip der Aktion: Geben Bürger 500 Euro, gibt die Stadt weitere 500 dazu und pflanzt einen Baum. Knapp 600 Bäume sind es bereits. Die Stadt hat ja auch fleißig die Werbetrommel gerührt: 114000 Euro hat die federführende Umweltbehörde bislang für PR-Arbeit ausgegeben, 132000 Euro sind insgesamt geplant. Das Geld stammt aus dem Haushalt, nicht von den Spendern, sagt Behördensprecher Frank Krippner.
Dennoch: „Stellt man Spenden und Marketing gegenüber, fließen von jedem 500-Euro-Bürgerbeitrag pro Baum 225 Euro für Werber, Fotos und Broschüren statt für Ahorn, Buche oder Linde“, schimpft GAL-Fraktionschef Jens Kerstan.
Allein für ein Gruppenbild des Senats mit Bäumen vorm Rathaus zahlte die Stadt 3254 Euro brutto, davon 1500 Euro an eine Grafikagentur und 1300 Euro für den Transport der Bäume. Kerstan: „Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass der Senat das Geld der Bürger zu einem guten Teil für die Selbstinszenierung genutzt hat.“ Am Donnerstag lobte sich die SPD zuletzt für die „erfolgreiche Aktion“, mit der man ein „positives Signal“ gesetzt habe.
Das in Deutschland übliche Siegel für seriöse Spendenaktionen hätte die Kampagne jedenfalls nicht erhalten: Die Siegelträger geben im Schnitt nur 14 Prozent für Werbung und Verwaltung aus. Kerstan: „Ehrlicherweise müsste der Senat die Aktion umbenennen in ,Euer Geld – unsere Reklame‘.“
Die Behörde dagegen findet den Werbe-Etat nicht übermäßig hoch. Der CDU-GAL-Senat habe für Aktionen wie den autofreien Sonntag 500000 Euro ausgegeben.
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