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Senat will sparen: Streicht Stadt Kuren für arme Kinder?

Glückliche Hamburger Kinder bei einer Kur auf Föhr. Für vier Wochen werden sie hier von Erziehern und Psychologen rundum umsorgt.
Glückliche Hamburger Kinder bei einer Kur auf Föhr. Für vier Wochen werden sie hier von Erziehern und Psychologen rundum umsorgt.
Foto: hfr

Es gibt in Hamburg Kinder, die sind so arm und vernachlässigt, dass sie nur ihren kleinen Kiez kennen. Für sie gibt es keinen Wald, kein Meer und auch keinen gefüllten Kühlschrank, keine warme Kleidung und keine liebevolle Zuwendung. Will die Sozialbehörde diesen Kindern jetzt auch noch die letzte Hoffnung auf ein besseres Leben nehmen? Weil der Senat sparen muss, droht den Kinderkuren auf Föhr die Streichung.


Es geht um eine Summe von rund zwei Millionen Euro und um das Herzstück der Arbeit der Rudolf-Ballin-Stiftung. Seit fast 100 Jahren ermöglicht der Verein armen Kindern eine kleine Flucht für mehrere Wochen aus ihrer bedrückenden Lebenslage und an die Weiten des Meeres nach Wyk auf Föhr. Hier werden sie von Erziehern betreut, Ärzte nehmen sich ihrer Krankheiten an und Psychologen helfen ihnen, mit ihren Gefühlen von Angst und Wut umzugehen.


Jedes Jahr kommen 600 Kinder aus Hartz-IV-Familien so raus aus Hamburg. Ihre Elter sind zum Teil drogenabhängig, psychisch krank und nicht in der Lage, sich vernünftig um ihre Kinder zu kümmern. „Wir helfen Kindern, die völlig isoliert sind, die gemobbt werden und keine Freunde haben“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Muß. Ihre bedrückende Lebenssituation macht Kinder zu Außenseitern, die auffällige Verhaltensweisen entwickeln.


Eine offizielle Entscheidung, dass diese Maßnahme gestrichen wird, gibt es von der Sozialbehörde noch nicht. Doch bei der SPD-nahen Stiftung ist der Plan durchgesickert. „Es ist traurig, dass hier Kinderkuren gestrichen werden, ohne dass die Zuständigen sich das einmal angesehen haben“, so Muß. „Das ist doch eine Investition in die Zukunft von Kindern. Wir zeigen ihnen, wie sie ihren Alltag bestehen können.“

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