Viele Schüler müssen sich in Hamburg mit Fertigessen vom Caterer begnügen. Denn nur 20 Schulen sind mit Küchen ausgestattet, in denen nicht nur aufgewärmt, sondern auch gekocht werden kann. Sie versorgen seit Jahren 55 Schulen mit frischem Essen. Doch diese Küchen drohen ab Juni kalt zu bleiben.
Mehr als 1500 Kinder gehen in Jenfeld auf die Otto-Hahn-Schule. Ein sozial schwacher Stadtteil, in dem es gerade wichtig ist, den Schülern von klein auf zu zeigen, wie gut frisch gekochtes Essen schmeckt. „Leider wissen wir nicht, ob unsere Küche ab Sommer weiter betrieben werden kann“, sagt Schulleiterin Renate Wiegandt.
Genauso geht es den anderen rund 20 bestens ausgestatteten Schulküchen. Das Problem ist, dass sie von sozialen Beschäftigungsträgern betrieben werden – und zwar mit Ein-Euro-Jobbern. Die letzten 500 dieser Jobs laufen im Sommer aus. Seit einem halben Jahr verhandeln Träger und Behörden um die Zukunft dieser Küchen. Bisher ohne Ergebnis.
So könnte die paradoxe Situation entstehen, dass es 20 top-ausgestattete Küchen gibt, die Schulen in Zukunft aber geliefertes Essen bekommen. Treffen wird das vor allem Schulen in sozialen Brennpunkten wie Steils-hoop, Billstedt und Altona. Stadtteile, in denen viele Kinder schon ohne Frühstück in die Schule kommen.
Die bisherigen Betreiber wollen die Küchen gern weiterführen. Doch um die Ein-Euro-Jobber zu ersetzen, benötigten sie eine Förderung seitens der Stadt. Doch dort will man den Trägern nicht entgegenkommen. Sie sollen keine besseren Bedingungen bekommen als die kommerziellen Caterer. Wiegandt: „Aber dann würde das Essen 3,50 Euro kosten. Und wir haben viele Familien mit mehreren Kindern.
Das können die sich nicht leisten.“ Folge: Noch weniger Kinder essen in der Schule und für die Betreiber lohnt sich das Kochen noch weniger.
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