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Nach MOPO-Bericht: Riesenzoff um Vattenfall-Lesetage

Christa Goetsch, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, fordert: Streicht die Förderung der „Vattenfall Lesetage“.
Christa Goetsch, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, fordert: Streicht die Förderung der „Vattenfall Lesetage“.
Foto: sun

Gegner beschimpfen, unter Druck setzen und verleumden. Die Empörung über die Vorgänge rund um die „Vattenfall Lesetage“ ist groß. Nach dem MOPO-Bericht über die Kuratorin, die in Mails Autoren und Unterstützer der Gegenveranstaltung „Lesen ohne Atomstrom“ diskreditiert, fordern Grüne und Linke Konsequenzen.
„Die Stadt arbeitet nicht nur im Kulturbereich eng mit Vattenfall zusammen – sie kann und darf ein solch übles Vorgehen nicht unkommentiert lassen“, sagt der linke Abgeordnete Norbert Hackbusch. Die Grünen fordern den Senat sogar auf, den Geldhahn für die Vattenfall-Veranstaltung zuzudrehen.

Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) wehrt sich gegen den Vorwurf, politischen Einfluss auf städtische Einrichtungen genommen zu haben.
Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) wehrt sich gegen den Vorwurf, politischen Einfluss auf städtische Einrichtungen genommen zu haben.
Foto: dpa

„Dass die Organisatoren der Lesetage nicht nur bekannte Künstler und Persönlichkeiten dieser Stadt, sondern auch Kultureinrichtungen und Unterstützer von Lesen ohne Atomstrom erpressen und diskreditieren, darf nicht hingenommen werden“, sagt die Grünen-Abgeordnete Christa Goetsch. Sie fordert, dass der Senat sich aus der „Förderung der Vattenfall-Greenwashingtage zurückzieht.“

Kulturmäzen Frank Otto, Mitglied im Verein „Kultur für alle“, findet deutliche Worte: „Die an Erpressung grenzenden Übergriffe gegen die Künstler und Förderer wie auch die Verleumdung unseres Kulturvereins sind beschämend und inakzeptabel.“ Wie berichtet, hatte die Kuratorin der „Vattenfall Lesetage“, Barbara Heine, in Mails die Organisatoren der Gegenveranstaltung als „linksradikal“ bezeichnet und sie als „Bündnis aus autonomen Aktivisten, Öko-Saft-Produzenten und Fernseh-Promis“ verunglimpft.

Für Aufruhr sorgte auch der Eindruck, Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) und SPD-Fraktionschef Andreas Dressel hätten politischen Druck auf die Direktorin der Bücherhallen (unterstützt die Gegenveranstaltung), Hella Schwemer-Martienßen, ausgeübt. Sie schilderte in der MOPO ein Telefonat mit Kisseler. Von dieser habe sie darin erfahren, dass Vattenfall „offenbar über den SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Dressel versucht hatte, die Entscheidung der Bücherhallen infrage zu stellen.“

Kisseler zur MOPO: „Die Kulturbehörde hat sich zu keinem Zeitpunkt, auch nicht gegenüber den Bücherhallen, in künstlerische Fragen eingemischt.“ Und auch Dressel ist empört: „Ich habe zu keiner Zeit Druck auf Frau Schwemer ausgeübt.“

Schwemer, die inhaltlich bei ihrer Darstellung bleibt, sagt: „Weder Senatorin Kisseler noch irgend jemand anders hat auch nur den Versuch unternommen, mich dazu zu bewegen, mit den Bücherhallen wieder zu den Vattenfall Lesetagen zurückzukehren.“

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