Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage für die MOPO, die das Institut „YouGov“ vom 21. November bis 2. Dezember unter 1031 Hamburgern durchgeführt hat.
Die SPD kommt demnach auf 44 Prozent (alle Zahlen gerundet), 4,4 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl im Februar. Die CDU verliert leicht und landet bei 21 Prozent (- 0,9), die GAL legt leicht auf 13 Prozent (+ 1,8) zu. Damit wäre Scholz auf einen Koalitionspartner angewiesen.
Überraschungssieger sind die Piraten: Sie kommen auf neun Prozent (+ 6,9) und damit auf den gleichen Wert wie bei ihrem triumphalen Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus. Auch die Linke gewinnt und kommt auf sieben Prozent (+ 0,6).
Desaströs dagegen der Wert der FDP: Mit nur drei Prozent (- 3,7) fliegt sie aus dem Parlament. Und das liegt nicht am negativen Bundestrend: Auch hier konnte die Partei nicht punkten, nur ein Prozent der Befragten sagen, die Liberalen machen die beste Oppositionsarbeit. Aber auch die anderen Parteien kommen nicht gut davon: 36 Prozent antworten auf die Frage schlicht mit „keine“. Die Grünen überzeugen immerhin 18 Prozent.
Die Arbeit des Senats wird dagegen eher positiv bewertet. 37 Prozent sind mit Scholz und seinen Senatoren „sehr“ bzw. „eher zufrieden“. 18 Prozent sind „sehr“ bzw. „eher unzufrieden“. 35 Prozent sind neutral. Auch bei GAL und Linke sehen mehr Anhänger den Senat positiv als negativ.
Unterstützt wird Scholz von der Mittelschicht und Familien. Hier kommt er teilweise noch auf eine absolute Mehrheit. Typische SPD-Wähler haben ein Haushaltsnettoeinkommen von 2000 bis 3000 Euro, sind zwischen 36 und 45 bzw. über 56 Jahre alt und leben mit vier oder mehr Personen zusammen.
Ganz anders die Piraten: Deren Anhänger sind männlich, zwischen 26 und 55 Jahre alt, haben Abitur, leben alleine und verteilen sich auf alle Einkommensklassen. Die Grünen punkten vor allem bei den 26- bis 35-Jährigen und denen, die 1000 bis 1500 Euro bzw. 3500 bis 4000 Euro monatlich zur Verfügung haben. FDP wählt nur, wer mehr als 3000 Euro netto hat.
SPD-Vizechef Andreas Dressel nennt das Ergebnis einen „sehr ordentlichen Wert. Wir werden weiter hart dafür arbeiten, dem in uns gesetzten Vertrauen gerecht zu werden.“
CDU-Chef Marcus Weinberg ist „enttäuscht“, dass sich die CDU nicht verbessern konnte. Da die Partei „mitten im Prozess der Erneuerung ist“, hatte er aber auch keine zu hohe Erwartung.
Katja Suding (FDP) sieht das Ganze dagegen als „Momentaufnahme, die vor allem durch die schwierige bundespolitische Lage der FDP gekennzeichnet ist“. In Hamburg kämpfe man aber weiter „mit klarem Profil“ und will sich von Umfragen „nicht beirren lassen“.
Dora Heyenn (Linke) ist überzeugt, dass die Wähler ihren „Einsatz für ein soziales Hamburg“ und gegen den „Sparwahnsinn“ honorieren.
Anne Alter (Piraten) wundert sich nicht über das gute Ergebnis. Ihre Partei bekomme derzeit viel Aufmerksamkeit. Zudem glaubt sie, dass „eine große Zahl der Wähler offen ist für innovative Konzepte und Strategien zur Problemlösung.“
Katharina Fegebank (GAL) freut sich, dass „bei der SPD der Lack bröckelt“ und die Grünen zulegen. „Spannend ist die Frage, ob der Hype um die Piraten dauerhaft anhält.“
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