Der Streit um den A7-Deckel hört nicht auf. Kleingärtner protestieren gegen den Zwangsumzug ihrer Parzellen, die Kosten steigen. Dabei dachte die Politik, sie würde die Hamburger mit dem Mega-Projekt beglücken. Was ist da los?
Wo soll der Deckel hin? Die A7 wird auf acht Spuren ausgebaut. Deshalb muss der Lärmschutz verbessert werden. Da die Autobahn dem Bund gehört, plant dieser, die A7 im Bereich Stellingen und Bahrenfeld/Othmarschen zu überdeckeln. Hamburg hat entschieden, das Projekt in Bahrenfeld/Othmarschen auf eigene Kosten zu verlängern sowie einen weiteren Deckel in Schnelsen zu bauen. Baubeginn könnte 2013 sein.
Was kostet das Projekt? Unklar. Noch ist vor allem der südlichste Abschnitt nicht ganz fertig geplant, das Projekt ist zudem einzigartig. Die Verkehrsbehörde rechnet mit 137 Millionen Euro Kosten für Hamburg, davon 33 Millionen für den Bereich Schnelsen und 104 Millionen für den Bereich Bahrenfeld/Othmarschen. Zudem sind 59 Millionen Euro für Grundstücke fällig, die noch dem Bund gehören, aber für Wohnungsbau genutzt werden sollen. Ursprünglich waren die Kosten auf insgesamt 150 Millionen geschätzt worden. Der Bund plant für Deckel und Autobahn-Ausbau 538 Millionen Euro.
Wem nützt der Deckel? Den direkten A7-Anrainern. Der Deckel soll den Lärm stark verringern. „Hier entsteht ein europaweit zukunftsweisendes Lärmschutzprojekt!“, jubelt Verkehrssenator Frank Horch (parteilos). Dadurch wird es auch möglich, in Deckelnähe 2000 neue Wohneinheiten zu bauen. Das Deckel-„Dach“ soll zudem mit Wohnungen sowie Parks bebaut werden – und mit Kleingärten. Hier fängt das Problem an.
Was stört die Kleingärtner? Um Platz für Wohnungen, Villen und Reihenhäuser zu schaffen, sollen 80 Lauben von südlich der Behringstraße auf den Deckel umziehen. Doch die Schrebergärtner der Initiative „Apfelbaum sucht Wurzelraum“ wehren sich, wollen einen Bürgerentscheid. Unterstützung erhalten sie von Nachbarn, die gegen die verdichtete Bebauung sind.
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