Kleingärtner-Protest

Ein neues Gesicht für Othmarschen

Unterstützer der Initiative „Apfelbaum sucht Wurzelraum“ protestierten gegen die Baupläne.
Unterstützer der Initiative „Apfelbaum sucht Wurzelraum“ protestierten gegen die Baupläne.
Foto: Florian Quandt

Othmarschen verändert sich. Im Zuge der Fertigstellung des A7-Deckels sollen 203 Hektar Fläche südlich der S-Bahn-Trasse bis zum Nordufer der Elbe umgestaltet werden. Am Dienstagabend präsentierten Bezirk und Baubehörde in der rappelvollen Aula der Grundschule Othmarscher Kirchenweg ihre Ideen.

Vor rund 250 Zuhörern gingen die Behörden Punkt für Punkt den Plan durch. Den zentralen Aspekt des „Rahmenplans Othmarschen“ bildet der Wohnungsbau. Am Trenknerweg sollen Reihenhäuser und Doppelhäuser entstehen, 47 Wohneinheiten sind geplant. Am Othmarscher Kirchenweg sind es 85, verteilt auf Stadtvillen, Reihenhäuser und Geschosswohnungsbau. Hier müssen genauso Kleingärtner weichen wie im Bereich Behringstraße/Schwengelkamp, wo 173 Wohneinheiten entstünden.

Ebendiese Umsiedlung der Kleingärtner aber ist der Knackpunkt des Konzepts. Rund 80 Parzellen der Kleingartenvereine „Heimgartenbund Altona“ und „Bahnlandwirtschaft“ müssten laut Behörde weg, können auf den Deckel Altona oder an Alternativstandorte verlegt werden. Viele Laubenpieper jedoch denken nicht daran, sich vertreiben zu lassen. Während der Veranstaltung bildete die Bürgerinitiative „Apfelbaum sucht Wurzelraum“ eine Kette mit den Unterschriftenlisten ihres Bürgerbegehrens. Eine Kleingärtnerin kündigte in der weitgehend sehr sachlichen Diskussion an: „Wir werden unsere Kleingärten bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.“

Die Behörde will nicht nur Wohnungen bauen. „Ziel der Rahmenplanung ist es, die bestehenden Verkehrsprobleme im Bereich Griegstraße und Othmarscher Kirchenweg zu entschärfen und eine angemessene Erschließung für die neuen Quartiere bereitzustellen“, heißt es in einem Info-Flyer. Dazu soll das Wegenetz für Radfahrer und Fußgänger ausgebaut werden.

Geplant sind laut Info-Flyer auch die Anlage eines Rundwanderweges und der Bau weiterer Wege über die Entwicklungsflächen. (et)

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Datum:  31.1.2012
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