Kaum einer kauft noch Autos, viel weniger Parkplätze, autofreie Zonen, Vorfahrt für Busse, massives Wachstum bei HVV, Mietwagen und Fahrrad. Dazu neue Großsiedlungen, die mit Stadtbahn oder U4 angebunden werden: So sieht Hochbahn-Chef Günter Elste Hamburgs Verkehr im Jahr 2030.
Seit 2005 ist die Zahl der Fahrgäste bei der Hochbahn um 14 Prozent gestiegen. Bis 2020 wird sie laut Elste um weitere 25 Prozent auf dann 525 Millionen Fahrten jährlich steigen (2011: ca. 420 Mio.). Grund: Wachsende Bevölkerungszahlen und „in erheblichem Umfang Umsteiger vom Pkw“, sagt Elste. Der Bund rechnet bis 2025 mit einem ÖPNV-Zuwachs in Hamburg von 37 Prozent!
„Bis 2020 werden wir den Zuwachs mit dem Ausbau des Bussystems in den Griff bekommen“, sagt Elste. Bis dahin werde es auch keine Stadtbahn geben. Danach aber sind neue Lösungen gefragt. Die Ziele beim Wohnungsbau werden zum Beispiel laut Elste nur mit einer neuen Großsiedlung zu schaffen sein, am ehesten in Wilhelmsburg. Diese muss man dann per U4-Verlängerung oder Stadtbahn anbinden.
„Der Wettbewerber Pkw hat erhebliche Probleme wie Staus, lange Parkplatzsuche und hohe Kosten“, sagt Elste. „Die Autokonzerne wissen, dass sie bald kaum noch Autos an Privatleute verkaufen, sondern primär an Vermieter.“
Damit alle mehr Platz haben, „wird es weniger Parkflächen für Privatwagen geben“, sagt Elste. „Wir brauchen mehr Raum für Räder und Kurzzeit-Mietwagen wie Car2Go.“ Auch wird es mehr Busspuren und Vorrang für Busse geben. „Das wird zu Behinderungen für Autos führen. Die müssen dann eben warten“, stellt Elste klar.
„Der Wandel ist bereits überall spürbar“, sagt Elste. „Wird ein Einkaufsbereich umgestaltet, fallen immer Parkplätze weg und Straßen werden gesperrt. Früher hätte es da riesige Proteste gegeben. Und neue Wohnviertel wie die Mitte Altona werden möglichst autofrei geplant.“ Das steigere die Wohnqualität und passe zum modernen Lebensgefühl. „In Städten wie Florenz und Triest fahren im Zentrum kaum noch Autos.“
„Die Leute schaffen ihr Auto ab, wollen aber weiter mobil bleiben.“ Rund um Busse und Bahnen etablieren sich deshalb Miet-Wagen- und -Fahrräder-Angebote, die flexibel und günstig genutzt werden.
Ob CO2, Stickstoff, Feinstaub oder Lärm – in Kürze werde es sicher weitere EU-Vorgaben geben, die alle zulasten des Autos gehen, sagt Elste.
Wie sieht’s derzeit aus? Derzeit ist der Pkw-Anteil in keiner deutschen Stadt so hoch wie in Hamburg (42 Prozent)! Bleibt also viel zu tun ..
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