Hamburgs CDU hat erstmals seit dem Abgang von Ole von Beust einen neuen Anführer: Fraktionschef Dietrich Wersich wird Kreisvorsitzender in Nord, sein Konkurrent Andreas Wankum zieht sich zurück. Damit ist Wersich auch der wahrscheinlichste Herausforderer des Bürgermeisters bei der nächsten Wahl.
Es ging nur um Macht und Einfluss, nicht um Inhalte: So erklärten Wankum und Wersich ihren Deal, den sie am Tag der Arbeit geschlossen hatten. Die Details: Wankum zieht seine Kandidatur um den Vorsitz des zweitgrößten Kreisverbands zurück, um „die Position des Fraktionsvorsitzenden zu stärken“. Wersich ist damit sicher gewählt und die dominante Person in der Hamburger CDU. Bislang hat er sich mit Parteichef Marcus Weinberg aus Altona die Führung der Partei geteilt.
Zugleich macht der Kreisverband seinen Führungsanspruch deutlich: „Wir wollten es unterlassen, uns gegenseitig zu verunglimpfen und uns bemühen, die CDU wieder zu einer wählbaren Alternative zu machen“, sagt Wankum.
Was Wankum, der Wersich bei einer Wahl durchaus schlagen oder zumindest hätte beschädigen können, für seinen Rückzug bekommt, wollten beide nicht sagen. Möglich ist, dass er im Gegenzug für das Bundestagsmandat des Wahlkreises kandidieren darf. Wankum sagt freilich, das sei „überhaupt kein Thema“.
Wersich, der seit Jahrzehnten in der Partei aktiv ist und unter Ole von Beust bis zum Sozialsenator aufstieg, hofft, die innere Zerrissenheit seiner Partei nach der Wahlniederlage kitten zu können. Er stehe für die „Wiederaufbauarbeit vor Ort“, sagt der gelernte Arzt.
Vor allem steht er jetzt unter Druck. Wersich muss an zwei Fronten kämpfen: Die Partei einen und aus der Fraktion heraus die SPD attackieren.
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