Hamburgs FDP-Fraktionschefin Katja Suding hat einen Bericht des „Stern“ über angebliche anzügliche Äußerungen von Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle gegenüber einer Mitarbeiterin des Magazins kritisiert. „Ich wundere mich über den Zeitpunkt der Veröffentlichung und die offensichtlich damit verbundene Intention“, sagte die 37-Jährige am Freitag.
„Stern“-Reporterin Laura Himmelreich hatte unter dem Titel „Der Herrenwitz“ über eine Begegnung mit Brüderle beim Dreikönigs-Treffen vor einem Jahr berichtet. „Die Diskussion läuft ja noch, aber im Moment habe ich den Eindruck, der Bericht hat eher dem „Stern“ als Rainer Brüderle geschadet.“
Den Vorwurf von Kritikern, der „Stern“ habe das Porträt gezielt lanciert, um Brüderle zu demontieren, hatte „Stern“-Chefredakteur Thomas Osterkorn am Donnerstag zurückgewiesen. Die Kollegin hatte sich nach seinen Worten vor einem Jahr vorgenommen, eine Langzeitbeobachtung von Brüderle zu machen. Nun sei Brüderle Spitzenkandidat der FDP für die Bundestagswahl im September geworden und der Wähler habe nicht nur ein Anrecht darauf, zu wissen, wofür er politisch stehe, sondern wie er auch als Mensch so sei, sagte Osterkorn der dpa. „Und wenn es da gewisse Schwächen gibt, darf man das auch thematisieren.“
Brüderles Büro äußerte sich auf wiederholte Nachfrage nicht zu dem Vorfall. Hamburgs Fraktionschefin Suding wollte zu der Frage, ob es nicht besser sei, wenn Brüderle Stellung nehme, nichts sagen. „Das muss er selber wissen, da werde ich ihm sicherlich keine Ratschläge geben.“ Suding betonte, Brüderle mache einen „hervorragenden Job als Fraktionsvorsitzender“, sei beliebt und angesehen bei den Menschen.
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