Deshalb fordern die Grünen jetzt „nachts Tempo 30 auf allen lärmbelasteten Straßen in Hamburg“.Seit Jahren gibt es vom Senat ein Papier, das 15 Pilotprojekte auflistet, wie der Verkehrslärm bekämpft werden soll. Doch noch ist nicht viel passiert. Ob dieses Papier überhaupt abgearbeitet wird, ist offen. Zudem würden diese Maßnahmen nur 4,6 Prozent der Betroffenen nachts entlasten.
Das ist den Grünen zu wenig. Gestern forderte Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, „Tempo 30 nachts auf allen lärmbelasteten Straßen in Hamburg“. Damit könne der Verkehrslärm in einem Maße verringert werden, „das einer Halbierung der Verkehrsmenge entspricht“.
Für 144.000 Hamburger kann der nächtliche Verkehrslärm gesundheitsgefährdend sein. Laut Experten kann eine dauerhafte Lärmbelastung von mehr als 60 Dezibel (so laut wie eine Waschmaschine) Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Belastungen verursachen.
Grünen-Sprecher Jan Dube: „Geplant ist keine pauschale Tempo-30-Zone auf allen Straßen einzuführen, sondern nur da, wo auch tatsächlich Anwohner lärmgefährdet sind.“ So würden bei Straßenabschnitten, die zum Beispiel an Industriegebieten lägen, die Tempobeschränkungen wieder aufgehoben. Auf allen anderen Abschnitten müsse es natürlich eine engmaschige Kontrolle der Tempo-30-Zonen durch feste und mobile Blitzer geben, sagt Dube.
Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Martina Köppen, wollte sich nicht ausführlich zu den Plänen der Grünen äußern: „Wir werden das in die Ausschüsse zurückgeben und uns dann abschließend eine Meinung bilden, wie sinnvoll oder unsinnig der Vorschlag ist.“
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