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Ex-Bürgermeister im Interview: „Wann waren Sie mutig, Herr Beust?“

Ex-Bürgermeister Ole von Beust (57) präsentiert sein neues Buch.
Ex-Bürgermeister Ole von Beust (57) präsentiert sein neues Buch.
Foto: Patrick Sun

Ein „Plädoyer für Ehrlichkeit und Konsequenz“ – so lautet der Untertitel des Buches „Mutproben“ von Ex-Bürgermeister Ole von Beust (CDU), das heute erscheint und morgen vom Autor im Thalia-Theater vorgestellt wird (20 Uhr, Moderation: Klaus von Dohnanyi). Die MOPO sprach mit Beust über sein Werk.

MOPO: Herr von Beust, Sie haben mal gesagt, Sie wollten keine Bücher schreiben. Das sei nicht Ihre Sache.
Ole von Beust: Richtig. Als der Verlag im vergangenen Jahr angefragt hat, war ich zuerst auch abgeneigt. Doch durch den Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg und später auch durch Christian Wulff geriet der Beruf des Politikers überall in die Diskussion. Da wollte ich aufschreiben, was auf einen Politiker im Alltag wirkt, mit welchen Fragen er konfrontiert wird.

MOPO: Wie viel Ihrer persönlichen Geschichte steckt darin?
Ole von Beust: Ich schreibe, was mich als Kind zum politischen Menschen machte, welche Entscheidungen die prägendsten waren, dazu einige Anekdoten. Es ist aber ganz bewusst keine Autobiografie. In dem Buch geht es auch um Themen, die mich bewegen und die besonders bedeutsam sind, wie Integration, Bildung, Europa...

MOPO: Woher hatten Sie die Selbstsicherheit, schwere Entscheidungen zu treffen?
Ole von Beust: Bei mir geht das auf die Kindheit zurück. Ich war viel allein, gleichzeitig war ich behütet. Einer der Leitsätze meiner Kindheit war: „Mutti macht das schon.“ Es gab da ein Vertrauen, auch Gottvertrauen, das mir auch den Werdegang zum Politiker erleichtert hat.

MOPO: Was war das Mutigste, das Sie getan haben?
Ole von Beust: Politisch in jedem Fall der Rauswurf Schills und die Ansetzung von Neuwahlen. Das hätte das Ende meiner Karriere bedeuten können und eine Phase von wohl mehreren Jahren, in denen ich mir etwas ganz neues hätte aufbauen müssen.

MOPO: Geben Sie in dem Buch Geheimnisse Preis?
Ole von Beust: Es gibt einige Dinge, die so noch nicht bekannt waren. Mir hat etwa ein Vertrauter erzählt, dass Ronald Schill bei seiner legendären Pressekonferenz eine Waffe dabeihatte. Der hatte ja einen Waffenschein. Da hat sein Parteifreund Blut und Wasser geschwitzt, weil er selbst nicht wusste, wie das ausgeht.

MOPO: Hatten Sie Hilfe beim Schreiben des Buchs?
Ole von Beust: Ich habe mich lange mit einem Journalisten unterhalten und gemeinsam mit ihm die Themen für das Buch festgesteckt. Er hat das Gerippe der Formulierungen gestellt, 70 Prozent des Buches sind aber allein von mir.

MOPO: Nun gehen Sie auf Lesereise. Ein komisches Gefühl?
Ole von Beust: Etwas schon. Ich bin es ja gewohnt eher öffentlich zu argumentieren. Einfach vorzulesen ist schon eine Umstellung. Aber ich freue mich sehr darauf.

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