Ex-Bürgermeister bereut nichts

Ole von Beust: „Elbphilharmonie war eine gute Entscheidung“

Von Mathis Neuburger
Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sitzt im Rathaus im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zur Elbphilharmonie.
Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sitzt im Rathaus im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zur Elbphilharmonie.
Foto: dpa

Erst wirkte er nervös, unsicher. Dann haute Ole von Beust auf die Pauke: Vorm Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) gestern Abend im Rathaus wies er jede Schuld am Bauskandal Elbphilharmonie von sich. Dafür glänzte er mit flotten Sprüchen. Und „das Ding“ würde er jederzeit wieder bauen.

 

„Ich kann diesem Beamten doch nicht ins Gehirn gucken“, „ich bin doch nicht schizophren“ oder „ich mache hier doch kein Quizspiel!“: So erwiderte der Bürgermeister a.D. Nachfragen des PUA-Vorsitzenden Ole Torben Buschhüter. Beide zickten sich mit großem Vergnügen an.

Die Baustelle der Hamburger Elbphilharmonie.
Die Baustelle der Hamburger Elbphilharmonie.
Foto: dpa

Doch es ging um ernste Vorwürfe – die von Beust vorab zurückwies: „Ich trage die Verantwortung für das Projekt. Aber den Schuldvorwurf kann ich nicht gelten lassen.  Unterstellungen, ich hätte vorsätzlich Probleme oder Schäden verursacht, sind falsch!“ Es habe „keine politisch motivierten Zeitpläne“ gegeben, „niemals habe ich direkt oder indirekt Einfluss auf Zeitpläne genommen“. Die Frage, „wann das Ding fertig ist“, ob 2009, 2010, oder 2012, „war nicht wichtig“.

Auch habe er die Kosten  nicht bewusst klein gehalten, um die Zustimmung für den Bau zu erhalten: „Es gab keine  Falschdarstellung, keine Salamitaktik“. Niemals habe es die Weisung gegeben, Informationen zu verbergen.

Auf alle Nachfragen zur verfrühten Ausschreibung, der schlechten Vertragskonstruktion und  anderen Ursachen der Kostenexplosion erklärte von Beust, sich mit Details nicht beschäftigt, von Problemen nicht erfahren und sich voll und ganz auf seine „hervorragenden Fachleute“ verlassen  zu haben.

Schließlich sei das Großprojekt eines von vielen gewesen. „Ich habe entschieden, dass wir bauen, dass die städtische ReGe das Projekt betreut und ein paar grundsätzliche Fragen geklärt. Wie das im einzelnen lief, war nicht mein Job.“ Er könne sich doch nicht „nachts hinsetzen und die Abrechnungen nachrechnen“.

An erstaunlich vieles, etwa, ob neben Hochtief ein anderer Bieter ein Angebot für den Bau abgegeben habe, konnte sich von Beust nicht mehr erinnern: „Das ist doch schon so lange her“, außerdem habe er stets viel um die Ohren gehabt.

Erst im Frühjahr 2008, kurz nach der Wahl, habe er erstmals von ernsten Problemen mit Hochtief erfahren. Danach habe man eben versucht, das beste draus zu machen. Und die Risiken? Die habe er zu Beginn als gering eingeschätzt. „Dass das so ausufert, hätte ich nicht gedacht.“ Beusts Fazit: „Die Elbphilharmonie war eine gute Entscheidung. Ich würde sie grundsätzlich wieder so treffen.“

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Datum:  2.2.2012
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