Gigantische 420 Millionen Euro wird die Stadt für den Kauf weiterer Anteile an Hapag-Lloyd zahlen – trotz klammer Haushaltskasse. Die GAL hält diesen Schritt für sehr riskant. Die SPD argumentiert mit Standortsicherung.
MOPO klärt die wichtigsten Fragen.
Als 2008 eine feindliche Übernahme durch einen chinesischen Investor drohte, wurde fieberhaft nach einer „Hamburger Lösung“ gesucht. In Form des Bieterkonsortiums „Albert Ballin“ wurden von TUI Anteile im Wert von 4,45 Milliarden Euro gekauft. Beteiligt ist auch die Stadt. Sie hält Anteile in Höhe von 23,6 Prozent und hat damit eine Sperrminorität – diese ist wichtig, um eventuelle Abwanderungstendenzen anderer Aktionäre zu stoppen.
TUI will seine restlichen 38,4 Prozent an der Reederei verkaufen. Das Hamburger Konsortium hat ein Vorkaufsrecht. Sollte sie dies nicht in Anspruch nehmen, kann TUI Mehrheits-Anteile von 50,1 Prozent an einen Investor verkaufen. Das Konsortium muss dann Anteile abgeben. Dies wurde vertraglich so festgelegt. Dabei besteht die Angst, dass eine neue Reederei zuschlägt und unter fremder Flagge weniger Geschäft in den Hamburger Hafen bringen könnte. Mit dem erneuten Kauf wird die Stadt der größte Anteilseigner.
Die Stadt nimmt einen Kredit über die Hamburgische Vermögens- und Beteiligungsgesellschaft (HGV) auf. Laut GAL fallen dadurch jährlich Zinsen im zweistelligen Millionenbereich an.
Die GAL hält den Kauf derzeit für überflüssig und riskant. Die Stadt habe eine Sperrminorität, mit der sie eine Zerschlagung oder Abwanderung des Unternehmens aus Hamburg verhindern könne, so Fraktionschef Jens Kerstan. Zudem sei das Risiko für die Staatskasse und den Steuerzahler enorm. Verluste von Hapag-Lloyd müssten vom Steuerzahler getragen werden. Kritisiert wird auch, dass unklar ist, wie die Stadt aus dieser Beteiligung wieder herauskommen will.
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