Das Einsturzhaus von St. Pauli: Jetzt stellt das Amt für Denkmalschutz Strafanzeige gegen den Investor und die beteiligten Baufirmen. Sie sollen gegen „anerkannte Regeln der Technik“ verstoßen haben.
Schon eine Woche vor dem Einsturz des Hauses Bernhard-Nocht-Straße Nr. 85 hörten Bewohner des Nachbarhauses verdächtige Geräusche. „Es hat immer so komisch gerieselt. Als wenn kleine Steinbröckchen hinabfallen“, sagt Nina Zelewski aus dem Nachbarhaus rechts neben der Einsturzstelle. Auch der Bordstein sei lange vorher schon abgesenkt gewesen, so die Anwohnerin.
Helga Müller (64) wohnt links von der Einsturzstelle. Sie saß gerade beim Frühstück – da krachte das Nachbarhaus ein. „Jetzt sind in jedem meiner Zimmer Risse an den Wänden“ sagt Müller. „Vorher war das nicht. Das macht mir Angst.“
Durch besorgte Anwohner alarmiert, prüften Statiker der BSU die Risse in den Fassaden der Nachbarhäuser. „In beiden Gebäuden neben der Einsturzstelle besteht keine Gefahr“, gibt Lars Schmidt-von Koss vom Bezirk Mitte Entwarnung. Warum das Haus einstürzte, ermittelt die Behörde.
Währenddessen stellte das Denkmalschutzamt Strafantrag gegen Bau-Investor Köhler & von Bargen sowie die Sicherungsfirma Evert GmbH und Tragwerks-planer Joachim Baseler.
(ml)
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