Ab Mittwoch haben in Hamburg alle Kinder ab einem Alter von zwei Jahren Anspruch auf einen Kita-Platz. Eltern die leer ausgehen, können die Stadt verklagen. Aber diese Gefahr besteht nicht, kein anderes West-Bundesland steht beim Krippen-Ausbau so gut da wie Hamburg. Sozialbehörden-Sprecherin Nicole Serocka: „Garantiert jedes Kind bekommt einen Platz.“
Von dieser entspannten Lage können andere Bundesländer nur träumen, dabei startet Hamburg sogar ein Jahr früher als der Rest mit dem Rechtsanspruch für Zweijährige. Von den Eltern wird das Angebot stark genutzt. Serocka: „Bei uns sind ab jetzt drei Viertel aller Zweijährigen in der Kita.“ Obwohl die Plätze insgesamt ausreichen, bleibt es in Quartieren wie Eppendorf oder Othmarschen weiterhin eng, weil Kitas oft der Platz zum Ausbau fehlt und Nachbarn mit Klage drohen.
Durch die neue Rechtslage kommen ab August etwa 1300 Kinder in die Krippen, die vorher keinen Anspruch auf einen Platz hatten. Eine eher kleine Zahl verglichen mit den insgesamt mehr als 60000 Kindern in Hamburgs Kitas.
Das liegt daran, dass berufstätige Eltern in Hamburg bereits seit zehn Jahren Anspruch auf einen Krippenplatz haben. Neu hinzu kommen jetzt die Kinder, bei denen nur ein Elternteil oder keiner von beiden arbeitet. Ein Unterschied bleibt: Doppelverdiener haben Anspruch auf eine ganztägige Betreuung (zwölf Stunden) ihrer Kinder, bei allen anderen gilt sie nur bis nach dem Mittagessen (fünf Stunden).
Der Mindestbeitrag für die Krippe liegt im Monat bei 27 Euro für ein Kind, der höchste Beitrag bei 192 Euro.
Im nächsten Jahr werden in Hamburg auch Jungen und Mädchen im Alter von einem Jahr Anspruch auf einen Kita-Platz haben. Für 2014 will die SPD ihr letztes Kita-Wahlversprechen einlösen: Ab dann soll der Halbtagsplatz in der Kita für alle Altersgruppen kostenlos sein.
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