Kriegsschiffe, Torpedos, Maschinengewehre, Radaranlagen: Hamburg ist Hochburg der Rüstungsindustrie. 93 Betriebe machen mit dem Militär Geschäfte – das ist das Ergebnis des Rüstungsberichts, den der Hamburger Bundestagsabgeordnete der Linken, Jan van Aken, jetzt vorgelegt hat.
Ein Jahr lang brauchte van Aken, um seinen Bericht zu erstellen. Viele kontaktierte Firmen gaben sich unkooperativ, machten z.B. keine Angaben darüber, wie viel Prozent ihrer Produktion auf den Rüstungsbereich entfällt.
Klar wurde jedoch: Neben den großen und bekannten Unternehmen wie Blohm+ Voss (Kriegsschiffe), Airbus (Militärtransporter A400M) oder Rheinmetall (Maschinengewehre) gibt es etliche kleinere Betriebe, die für das Militär produzieren. „Es finden sich zahlreiche Zulieferer für Kriegsschiffe – mit Spezialprodukten von der schockfesten Tür über Steuerungselektronik bis zum Atemluft-Versorgungssystem für U-Boote“, so van Aken in dem Bericht. Viele Firmen seien auch im zivilen Bereich tätig.
Ganz oder nahezu ausschließlich im Militärbereich arbeiten der Torpedobauer „Atlas“ in Wedel und die Firma Rheinmetall in Trittau. Unterm Strich würde man die gesamte Bandbreite der Rüstungsgüter in Hamburg finden: Transportwagen für Torpedos von der Firma „Schubert“ in Altona, antimagnetische Küchen für Kriegsschiffe der Firma „Bohnhoff“ in Altona, Radaranlagen für Kriegsschiffe der Firma „Northrop Grumman“ in Mitte oder Peilgeräte für den Eurofighter der Firma „Rohde&Schwarz“ in Eimsbüttel.
Bundesweit hat der Export von Waffen im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zugenommen. „Aus Hamburg werden auch Diktaturen beliefert. Krieg und Elend beginnen mit der Rüstungsproduktion direkt vor unserer Haustür“, so van Aken. Er fordert die Umstellung der Betriebe auf zivile Produktion.
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