Essen, Urlaub, Wirtschaft: Der Atom-GAU in Japan stellt auch uns viele Fragen.
Bei der Explosion im Reaktor Fukushima sind radioaktive Elemente und hochgiftige Substanzen frei geworden, etwas Cäsium, Plutonium und Strontium.
Deutschland importiert kaum Nahrungsmittel aus Japan. Noch ist der Kauf von Produkten wie Soja-Sauce unbedenklich. Das könnte sich aber für die künftige Produktion ändern. Ein Problem werden auch die Fischstäbchen: Der pazifische Pollack wird als „Alaska-Seelachs“ im Nordpazifik gefischt. Fällt das Atom-Gift ins Meer, gelangt es ins Plankton und von dort in den Fisch.
Im Prinzip nein, sagt Meteorologe Ronny Büttner vom Berliner Wetterdienst MeteoGroup. „Zunächst müssen wir abwarten, bis in welche Höhen radioaktives Material geschleudert wird. Gefährlich werden kann es, falls Radioaktivität in Höhen von fünf bis sieben Kilometern auftaucht. Jedoch nicht für Europa und Deutschland.“
Über Japan herrscht zur Zeit eine stabile Wetterlage. Falls eine radioaktive Wolke entsteht, könnte sie in den Nordosten ziehen, also die Westküste der USA und Kanadas treffen.
Leider ja: In Oregon und Washington werden Getreide und Futtermittel produziert. Die könnten dann bei uns landen.
Doch, sagt Reinhold Thiel, Vorstand bei „Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW). „Die Erfahrung aus Tschernobyl lehrt uns: Irgendwann kriegen wir's ab. Die Tschernobyl-Wolke ging drei Mal um die ganze Erde.“
Facharzt Thiel warnt: „Das ist ja das Schlimme an Radioaktivität: Schon kleinste Mengen können den Körper negativ beeinflussen.“
Der Mediziner Thiel ist überzeugt davon, „der Katastrophenschutz hält sie auch bereit“.
Kaliumjodid vermindert die Aufnahme von radioaktivem Jod in der Schilddrüse. Es muss hochdosiert (65 mg) eingenommen werden.
In jeder Apotheke. Die rezeptfreien Pillen kosten etwa 6 Euro.