Die Wände im Amtszimmer sind noch kahl. Doch der neue SPD-Innensenator Michael Neumann strotzt schon vor Tatendrang: Im MOPO-Interview erklärt er, wie er die Bürger schützen will – und warum die Rote Flora nicht in Gefahr ist.
Michael Neumann: Es gibt zuerst eine Inventur in allen Bereichen. Leicht werden die Aufgaben nicht. Es gibt Kriminalitätsfelder, die uns vor Herausforderungen stellen ...
Richtig. Gegen die Einbrüchen wurde in Bremen künstliche DNA eingesetzt, um Täter und Wertsachen zu markieren. Das ist ein vernünftiger Ansatz. Auch bei den Autobränden müssen wir neue Wege gehen: Die eingesetzten Zivilfahnder sind hochmotiviert, arbeiten jedoch täglich in verschiedenen Stadtteilen. Da kann man keine Milieukenntnisse erwerben. Für beide Probleme gilt aber, dass wir sie nicht vollständig lösen können. Die Polizei kann nicht überall sein.
Der Grundbucheintrag sieht dort ganz klar ein Stadtteilzentrum vor. Es hat Hamburg in den vergangenen Jahren nicht schlecht getan, einen Ort wie die Rote Flora zu haben.
Ich sehe keinen Investor am Rande des Horizonts, deshalb stellt sich die Frage nicht.
Im ersten Schritt werden Polizei, Justiz- und Sozialbehörde die Steine aus dem Weg räumen, beispielsweise Datenschutzbestimmungen, um die Abstimmung zu erleichtern. Dann geht es darum, schnell, effektiv und spürbar Grenzen aufzuzeigen. Wir lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen.
Ja. Beispielsweise gab es in der Präsidialabteilung der Innenbehörde bis vor Kurzem vier Referate, künftig sind es nur noch zwei. Und das Personal wird um zehn Stellen reduziert – drei davon sind Polizisten, die nun zurück „auf die Straße“ gehen.
Wichtig ist mir, als Vorbild vorauszugehen. Führen heißt auch, zuerst in seinem eigenen Bereich mit Verschlankungen zu beginnen. Nun kämmen wir den kompletten Apparat systematisch durch. Unter dem Strich wird es mehr Polizisten auf der Straße geben. Dazu stehe ich.
Es gibt drei Bereiche, die ganz besonders wichtig sich: Zum einen die häufigen Übergriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute. Diese Männer und Frauen, die täglich ihre Knochen hinhalten müssen, dürfen nicht länger die Deppen der Nation sein. Das zweite Feld: die Integration. Wir brauchen ein menschlicheres Ausländerrecht. Und schließlich liegt mir auch der Sport am Herzen. Auch, weil er Jugendliche davon abhält, kriminell zu werden.
(lacht) Denksport!
Nein, aber ich werde bei den Cyclassics mitmachen. Als Läufer habe ich mich zuletzt beim Heldenlauf in Blankenese versucht, über die kürzere Strecke. Es war die reine Quälerei. Und ich wurde ziemlich schnell von Britta Ernst (Ehefrau von Olaf Scholz, die Red.) abgehängt.
Ich mag leider fast alles essen. Vielleicht keine perfekte Voraussetzung für einen Sportsenator.
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
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