Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 

Vorwürfe gegen Ikea: Bauten Zwangsarbeiter Billy-Regale?

Massiv, zeitlos, günstig – Kultregal „Billy“, bekanntestes Produkt des Ikea-Unternehmens.
Massiv, zeitlos, günstig – Kultregal „Billy“, bekanntestes Produkt des Ikea-Unternehmens.
Foto: picture-allianc/ dpa

Gewissenlose Schweden: Offensichtlich hat die Möbelhauskette Ikea bis in die 80er Jahre hinein DDR-Häftlinge an ihren Möbeln (wie dem Kultregal „Billy“) werkeln lassen. Unter den Zwangsarbeitern waren auch politische Häftlinge.

„Wohnst du noch oder lebst du schon?“, lautet einer der bekanntesten Werbesprüche der schwedischen Möbelhauskette Ikea. Für ehemalige DDR-Häftlinge muss das heute wie Hohn klingen: Denn während sie in den Großzellen der Haftanstalten Cottbus oder Naumburg „leben“ mussten, hatten sie im Auftrag des SED-Regimes im Mehrschichtdienst in Werkhallen Möbel herzustellen, die später in bundesdeutschen Ikea-Filialen günstig verkauft wurden. Ihr damaliger „Lohn“: 60 Ostmark, monatlich ausgezahlt in Form von Wertgutscheinen, die dann im „Knastshop“ eingelöst werden konnten.

Reporter der schwedischen Sendung „Uppdrag granskning“ (Auftrag Untersuchung) des TV-Senders SVT fanden in Stasi-Archiven entsprechende Hinweise, dass Ikea und andere Industriebetriebe auf diese Weise in den Genuss billiger Arbeitskräfte gelangten.

Hintergrund: Seit den 60er Jahren ließ Ikea Möbel in Ostdeutschland und Polen fertigen. Eine Vertreterin der Möbelkette sagte, ihr Unternehmen habe „die fraglichen Dokumente nun ebenfalls aus dem Stasi-Archiv angefordert und will diese prüfen“. Derzeit gebe es jedoch keine Anhaltspunkte, dass Ikea den Einsatz von Zwangsarbeit in seiner Produktion förderte oder auch nur davon Kenntnis gehabt habe.

Doch auszuschließen ist das nicht, denn Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist alles andere als ein Musterdemokrat. So wurde dem 86-Jährigen vor Jahren zur Last gelegt, als junger Mann mit dem deutschen Nationalsozialismus sympathisiert und später über bestimmte einschlägige Kontakte verfügt zu haben. Skrupellos habe man sich auch in Osteuropa über Umweltauflagen hinweggesetzt.

comments powered by Disqus
Weitere Meldungen Politik & Wirtschaft
Von Kinox.to aus führen Links zu raubkopierten aktuellen Kinofilmen. Die Seite ist ein Nachfolger von Kino.to.

Kinox.to ist eine Art Klon der gesperrten Raubkopie-Seite Kino.to. Nun gab es auch hier Razzien in vier Bundesländern. Das berichtet Spiegel Online.  mehr...

Johannes Kneifel (32) war Neo-Nazi und ist jetzt Pastor.

Johannes Kneifel (32) war Neo-Nazi. Im Alter von 17 Jahren schlug er einen Mann so brutal zusammen, dass er starb. Kneifel musste ins Gefängnis – jetzt ist er Pastor.  mehr...


Als Barack Obama bei den Kongresswahlen in einem Wahllokal in Chicago seine Stimme abgeben wollte, bekam er einen Spruch reingedruckt, den er so wohl schon lange nicht mehr gehört haben dürfte.  mehr...

Aktuelle Videos