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Urlaubsziel am Abgrund: Massive Streiks und Proteste! Spanien oje!

Urlaubsfreude in Spanien? Ja – aber nicht, wenn Piloten und Flughafenpersonal streiken oder Hunderttausende in den Tourismusmetropolen demonstrieren.
Urlaubsfreude in Spanien? Ja – aber nicht, wenn Piloten und Flughafenpersonal streiken oder Hunderttausende in den Tourismusmetropolen demonstrieren.

Erst streikten die Piloten, dann das ganze Pleite-Land: Flüge wurden gestrichen, Demos in den Städten – Generalstreik. Griechenland? Nein, Spanien! Fast 80 Prozent der Bürger beteiligten sich Ende März am Arbeitsausstand, immer neue Streiks werden angekündigt. Der Deutschen liebstes Urlaubsziel steht am Abgrund.

Mehr als fünf Millionen Deutsche reisen Jahr für Jahr in Spaniens Sonne – Mallorca, die Kanaren und Metropolen wie Barcelona. In diesem Jahr könnte ihnen neuer Ärger blühen. Denn Spanien ist wirtschaftlich am Ende, der brutale Sparkurs von Ministerpräsident Mariano Rajoy schürt die Wut der Spanier.

Die Gewerkschaften haben ein Ultimatum gestellt: Sollte Rajoys konservative Regierung nicht in den nächsten Tagen von wichtigen „Reformen“ abrücken, soll der Arbeitskampf noch weiter verschärft werden. Flüge sind gefährdet.

Was ist passiert? Spaniens Wirtschaft ist im freien Fall, seit 2008 die Immobilienblase im Land platzte – nun sitzen Banken auf Abertausenden teurer Schrott-Wohnungen und wissen nicht, wie sie ihre Bilanzen retten sollen. Die Finanzmärkte haben das Land unter Beschuss genommen, die Regierung reagierte mit einer Schock-Liste: Gekürzt wird vor allem im Bildungs- und Gesundheitsbereich, dazu kommen Arbeitsmarktumbauten, die vor allem Entlassungen stark vereinfachen.

Doch Spanien hat mit dramatischen 24,4 Prozent jetzt schon die höchste Arbeitslosigkeit der Eurozone – Tendenz steigend. Die Wirtschaft schrumpft weiter, Spanien leidet unter einer Rezession. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat zu allem Überfluss Madrid gerade drastisch herabgestuft: nun gilt BBB+, das ist nicht mehr weit über dem Ramschniveau der Griechen.

Und Rajoy staunt öffentlich über die weitere Verschärfung der Krise, gibt selbst zu, dass alle seine Sparhämmer bislang nichts gebracht haben. Doch Hilfe bekommt er vom heimlichen Kassenchef des Euro, von Finanzminister Wolfgang Schäuble: „Wir glauben, dass die Maßnahmen die richtigen sind“, so Schäuble Anfang der Woche. Scharfe Kritik kommt von den Vereinten Nationen – die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) wirft Europas Krisenländern vor, all die Sparmaßnahmen hätten nicht zu mehr Wirtschaftswachstum geführt. Man habe sich darauf konzentriert Defizite zu kürzen, statt Arbeitsplätze zu schaffen, so die UN-Agentur.

Millionen Spanier ächzen jetzt schon unter den Plänen der Regierung. „Keinen Millimeter“ will Rajoys Regierung zurückweichen – trotz des erkennbaren Scheiterns der verordneten Sparpläne im Lande. Denn zum Programm der rechten Regierung gehört eben auch ein massiver Kampf gegen die Macht der Gewerkschaften. Und die werden mit Warnstreiks reagieren. Spanien steht vor einem ungemütlich heißen Sommer.

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