Hamburgs Schüler könnten schon bald die gleichen Mathematik-Aufgaben im Abitur haben wie die in Bayern. Der neue Bildungssenator Ties Rabe (SPD) spricht sich dafür aus. „Ich finde ein bundesweites Zentral-Abitur gut“, so Rabe gegenüber der MOPO. „Ich möchte Abschlüsse, die nicht völlig verschieden sind. Und deshalb könnte Hamburg bei dem Vorstoß von Bayern und Sachsen einsteigen.“
Die Länder Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg sind 2010 damit vorgeprescht, gemeinsame Abituraufgaben in Mathematik, Deutsch und erster Fremdsprache zu entwickeln. 2013 wollen sie starten. Droht Hamburg in einem solchen Vergleich mit Bayern und Co. eine Blamage? „Nein. Wir können zeigen, was wir leisten. Man kann so gut den Vorurteilen von Eltern begegnen, dass es in einigen Ländern einfacher ist, Abitur zu machen.“ Und wenn Hamburg doch schlecht abschneidet? „Dann ist das ein Ansporn.“
Gymnasien und Grundschulen sollen die Notenskala von eins bis sechs behalten. Rabe: „Aber wir brauchen ein neues Notensystem für Stadtteilschulen. Und es muss über Hamburg hinaus vergleichbar sein.“
Die unter Senator Dietrich Wersich (CDU) noch schnell eingeführte Empfehlung fürs Gymnasium wird geändert. Elternverbände hatten moniert, dass die Stadtteilschulen dadurch als Schulen zweiter Klasse abgestempelt würden. Rabe betont: „Die Empfehlung muss deutlich machen, dass leistungsschwache und starke Kinder gleichermaßen an der Stadtteilschule gut aufgehoben sind. Das muss jetzt noch einmal anders formuliert und bearbeitet werden.“
Innerhalb von 100 Tagen will Rabe ein Konzept für besseren Unterricht vorlegen. Bis dahin müssten dringende Entscheidungen getroffen werden. Rabe: „Wir brauchen neue Lehrpläne, Zensuren, Stundentafeln und eine neue Schulstandortplanung.“
Zu gutem Unterricht gehören moderne Lernformen. An Hamburgs Schulen stehen die Lehrer noch zu viel an der Tafel. „Frontalunterricht muss auch in Zukunft Teil des Unterrichts sein. Aber er ist überbewertet und muss zurückgefahren werden.“
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