Die Lage in Syrien spitzt sich zu, die Luft für Präsident Assad wird immer dünner.
Assads Ministerpräsident Riad Hidschab hat sich offenbar nach Jordanien abgesetzt. Dies gaben syrische Menschenrechtsaktivisten am Montag in Beirut und London bekannt. Außerdem sollen drei weitere Kabinettsmitglieder das Land verlassen hab. Um wen es sich dabei handelt, war zunächst nicht bekannt.
Das Regime in Damaskus bestätigte die Berichte zunächst nicht. Allerdings verbreiteten die Staatsmedien kurz vor den Berichten über eine Flucht Hidschabs die Nachricht, dass dieser aus dem Amt entlassen worden sei. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Vor Hidschab hatten sich bereits zahlreiche hohe Militärs und Diplomaten ins Ausland abgesetzt.
Bombe auf Staatsfernsehen
Unterdessen ist im Gebäude des syrischen Staatsfernsehens in Damaskus am Montag eine Bombe explodiert. Das berichten staatliche syrische Medien.
Bei dem Anschlag im streng bewachten Zentrum der syrischen Hauptstadt wurden nach Angaben des Senders mindestens drei Angestellte verletzt. Augenzeugen zufolge explodierte die Bombe im dritten Stock des Gebäudes, richtete dort erheblichen Schaden an. Das Fernsehprogramm lief anscheinend ohne Unterbrechung weiter.
Syriens Informationsminister Omran al-Subi machte Katar, Saudi-Arabien und Israel für den Anschlag verantwortlich. Die Bombe sei von "feigen Terroristen" gelegt worden, die "Syrien destabilisieren wollen." Syrien wirft den Golfstaaten und Israel vor, die Rebellen in ihrem Kampf gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad zu unterstützen.
"Nichts kann die Stimme Syriens und des syrischen Volkes zum Verstummen bringen", sagte Al-Subi: "Wir haben Tausende Orte, von denen wir senden können."
Der Anschlag war das jüngste in einer Reihe von Attentaten in Damaskus. Der für das Regime verheerendste hatte sich Mitte Juli ereignet, als vier Mitglieder von Assads innerstem Machtzirkel bei einem Anschlag in einem ebenfalls streng gesicherten Regierungsgebäude getötet worden waren.