Dramatische Raumnot im Bezirk Eimsbüttel: Ab Sommer fehlen am Gymnasium Ohmoor in Niendorf acht Klassenzimmer. Der Elternrat befürchtet, dass 200 Schüler dann nicht wissen, wohin. Andere müssen in viel zu enge Kursräume gequetscht werden.
„Moderner Unterricht ist unter diesen Bedingungen nicht möglich“, so ein Lehrer. Elternrätin Helle Steppat-Flemming: „Diese Planungsmisere nehmen wir nicht hin.“ Das Gymnasium Ohmoor ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Mittlerweile werden dort pro Jahrgang sechs parallele Klassen unterrichtet. Ausgelegt war es ursprünglich nur für vier Züge.
Das alles wäre kein Problem, wenn wie ursprünglich geplant, die fünften und sechsten Klassen an Primarschulen unterrichtet worden wären. Doch nun muss alles neu berechnet werden. „Es ist auch nicht möglich, Schüler umzuverteilen“, argumentiert die Elternvertreterin. „Denn auch die umliegenden Schulen sind überbelegt.“
Die Schulbehörde sieht die Raumnot in Niendorf und Umgebung. „Die Schule bekommt jetzt drei Container“, sagt Behördensprecher Peter Albrecht. „Wir halten diese Lösung für angebracht und realisierbar.“ Man müsse dann den anstehenden Schulentwicklungsplan abwarten. Er sieht möglicherweise Anbauten für die Schule vor.
„Das kann Jahre dauern“, kontert die Elternrätin. „Um zurechtzukommen, bräuchte die Schule sechs Container, aber das hat die Behörde abgelehnt.“ Vermutlich aus Kostengründen.
Für Schüler und Lehrer bedeutet das eine deutlich schlechtere Unterrichtsqualität. „Individualisiertes Lernen oder Gruppenarbeit ist kaum möglich“, so ein Lehrer. „Es fehlt einfach ein weiteres Gymnasium in unserer Region.“ Auch Elternrätin Flemming sieht großen Bedarf. „Hier ziehen immer mehr Familien her, nur Schulen sind nicht geplant.“
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